Die Bestattungsvorsorge

Älteres Paar auf einer Bank im Wald
Bildquelle: Adobe Stock©mh90photo

 

Jeder wünscht sich einen würdigen Abschied nach dem Tod. Die Kosten für die Bestattung sollen die Angehörigen jedoch nicht belasten, so dass viele Menschen für die eigene Bestattung vorsorgen. Sie hinterlegen Geld mit der Bestattungsvorsorge oder halten in einer Bestattungsverfügung die eigenen Wünsche zur Art der Bestattung fest. Die Hinterbliebenen sollen dadurch in der Zeit nach dem Tod finanziell und auch seelisch entlastet werden.

 

Bestattungsvorsorge abschließen: Diese Möglichkeiten gibt es

Nach dem Verlust eines lieben Menschen fällt es den Hinterbliebenen oft schwer, sich mit dem Organisatorischen der bevorstehenden Beerdigung auseinanderzusetzen. Mit der Bestattungsvorsorge besteht die Möglichkeit, dass Sie Ihren Angehörigen schwierige Entscheidungen abnehmen und sie finanziell entlasten.

 

Werkvertrag mit dem Wunschbestatter

Für die finanzielle Absicherung der eigenen Beerdigung können Sie zu Lebzeiten jederzeit einen Vertrag mit dem Beerdigungsunternehmen schließen, das sich später um Ihre Beisetzung kümmern soll. Der geschlossene Vertrag nimmt damit, juristisch gesehen, die Form eines Werkvertrags an, unterliegt aber auch dem Bestattungsrecht. Damit ist der mit dem Bestatter geschlossene Vertrag auch nach dem Ableben der einen Vertragspartei verbindlich.

 

Treuhandkonto: Finanzierung der Bestattung sichern

Anzahlungen, die im Rahmen eines Bestattungsvorsorgevertrags geleistet werden, sollten stets auf einem Treuhandkonto hinterlegt werden. So wird das Geld, auch im Fall der Insolvenz des gewünschten Bestattungsunternehmens, sicher verwahrt. Die Kosten für die Beerdigung variieren je nach Art der Beisetzung, sind an örtliche Gegebenheiten wie die jeweiligen Friedhofsgebühren gebunden und hängen vom gewählten Bestattungsunternehmen selbst ab.

 

Bestattungsvorsorge bei einer Versicherung

Alternativ können Sie eine Versicherung zur Bestattungsvorsorge abschließen. Je nach Anbieter stehen Ihnen bei dieser Art der Bestattungsvorsorge unter anderem folgende Optionen zur Auswahl:

  • Festlegen eines Wunschbestatters
  • Sicherung der eingezahlten Beträge bei Insolvenz des Wunschbestatters
  • Auszahlung nicht in Anspruch genommener Gelder
  • Organisation der Bestattung inklusive Abholung, Überführung und Einbettung
  • Individuelle Pakete zur Gestaltung der Trauerfeier

 

Bestattungsverfügung – Was ist das?

Unabhängig von der Bestattungsvorsorge können Sie in einer Bestattungsverfügung persönliche Wünsche zur Beerdigung wie etwa den Ort der Beisetzung verbindlich festhalten. Die Bestattungsverfügung können Sie jederzeit ändern. Das Dokument richtet sich an die Totenfürsorgepflichtigen bzw. die Hinterbliebenen.

Folgende Punkte sollten bei der Bestattungsverfügung enthalten sein:

  • Titel: „Bestattungsverfügung“
  • Ort und Datum des Erstellens
  • Vor- und Zuname, Anschrift, Geburtsdatum
  • Wünsche zur eigenen Bestattung, z. B. Bestattungsart und -ort
  • Optional: Hinweise zur Trauerfeier
  • Sofern vorhanden: Hinweise auf weitere Dokumente, wie Bestattungsvorsorgeversicherung oder Testament
  • Unterschrift

Tipp: Zu Lebzeiten können Sie nicht nur Werkverträge mit dem gewünschten Bestattungsunternehmen schließen. Mit einem Grabpflegevertrag können Sie Ihre Angehörigen bei der Grabpflege entlasten. Insbesondere wenn die Angehörigen weiter entfernt leben, empfiehlt es sich, mit einem Vertrag mit der gewünschten Friedhofsgärtnerei vorzusorgen.

Darüber hinaus können Sie Hinweise zur Bestattung im Testament hinterlegen. Jedoch wird das Testament in der Regel erst nach der Beisetzung geöffnet.

 

Für die eigene Bestattung vorsorgen – daran müssen Sie denken

Seit dem Wegfall des Sterbegeldes, steht für viele Menschen die Finanzierung der Bestattung im Vordergrund, wenn Sie einen Vertrag zur Bestattungsvorsorge abschließen. Die Bestattungsvorsorge bietet ebenfalls Raum für Ihre eigenen Wünsche zu einem würdevollen Abschied. Entscheiden Sie selbst, ob und in welcher Form eine Trauerfeier verlaufen soll. Sollten Sie sich für eine anonyme Art der Bestattung entscheiden, lassen Sie dies Ihre Angehörigen rechtzeitig wissen. Denn die Grabstätte dient der Trauerbewältigung. Welchen Ort können die Hinterbliebenen nach Ihrem Ableben aufsuchen, um zu trauern?

Weitere Fragen, die Sie sich vorab stellen können, wenn Sie Ihre Bestattung planen:

  • Wo und wie möchte ich begraben werden?
  • Wer soll zu meiner Beerdigung kommen?
  • Was soll auf meinem Grabstein stehen oder bevorzuge ich eine anonyme Beisetzung?
  • Mit welchen Kosten ist die gewünschte Art der Bestattung verbunden? Wer soll dafür aufkommen und wie kann ich finanziell vorsorgen? Vergleichen Sie Preise.

Informieren Sie eine Vertrauensperson über Ihre Pläne zur Bestattungsvorsorge und deponieren Sie die Dokumente zur Bestattungsvorsorge so, dass sie nach dem Todesfall gut auffindbar sind.  

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen