Kindertrauer – so helfen Sie trauernden Kindern

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Kinder trauern nicht auf die gleiche Art und Weise wie Erwachsene. Auch können sie je nach Alter nur wenig mit dem Thema Tod anfangen. Umso wichtiger ist es für Eltern und Angehörige, mit trauernden Kindern besonders behutsam umzugehen und genau zu wissen, was in einem Kind nach einem schweren Verlust vorgeht.

Kindern trauern anders als Erwachsene

Erwachsene durchleben verschiedene Phasen der Trauer, wenn sie einen geliebten Menschen verlieren. Bei Kindern hingegen gibt es diese Phasen nicht. Bei ihnen kommt die Trauer in Schüben. Wird ein Kind mit dem Verlust eines geliebten Menschen konfrontiert, wechseln sich tiefe Traurigkeit und Kinderlachen regelmäßig ab. Spielt das Kind in dem einen Moment noch fröhlich und vergnügt, kann es im nächsten Moment schon weinend auf dem Boden liegen. Die Schübe kommen immer wieder, und nicht selten heftig. Ein typisches Bild der Trauer bei Kindern.

Natürlich kommt es hier auch auf das Alter des Kindes an. Erst ab einem Alter ungefähr 9 Jahren können Kinder zumeist verstehen und begreifen, was Tod wirklich bedeutet und dass ein Verstorbener nie mehr wiederkehren wird. Die Trauerschübe können heftig sein, schützen das trauernde Kind aber auch. Die Seele lässt einfach immer nur so viel Trauer zu, wie das Kind verkraften kann. So kann es sein, dass Kinder manchmal viel länger trauern, einfach weil die Trauer sich in Schübe aufteilt.

Abschiedsrituale wichtig für den Trauerprozess

Auch Kinder brauchen Rituale: Ab dem Grundschulalter sollten Kinder deshalb mit zur Beerdigung dürfen, um die Chance auf einen Abschied zu haben. Kleinere Kinder kann das überfordern, hier kann es Sinn machen, sich nach der eigentlichen Trauerfeier mit dem Kind am Grab zu verabschieden.

Wichtig ist, dass Eltern ihren Kindern ein Vorbild sind. Kinder schauen sich viel von ihren Eltern ab. So sollten die Erwachsenen die Trauer zulassen und dem Kind so zeigen, dass es in Ordnung ist traurig zu sein und zu weinen.

Wenn es das Kind möchte, kann es ein Abschiedsgeschenk ins Grab legen. Das kann ein gemaltes Bild sein, ein Erinnerungsstück oder einfach ein kleines Geschenk. Auch macht es Sinn, offen mit dem Thema Tod umzugehen und dem Kind alle Fragen zu beantworten. Je nach Alter sollte auf zu viel Details verzichtet werden, dennoch sind altersgerechte Erklärungen ein Muss.

Es gib viele schöne und kindgerechte Rituale und Abschiedsmöglichkeiten. Hier sollten Eltern mit ihren Kindern individuell entscheiden, was richtig und passend sein kann. So gibt beispielsweise die Möglichkeit

  • zu Hause ein kleines Bild der geliebten Person oder eine Kerze aufzustellen
  • gemeinsam Erinnerungen zu teilen und einfach zu reden
  • gemeinsam mit dem Kind einen Abschiedsbrief zu schreiben
  • einen Ballon in den Himmel aufsteigen zu lassen
  • Dinge und Aktivitäten in den Alltag zu integrieren, die an die verstorbene Person erinnern

Wichtig ist es, nur Rituale auszusuchen, die dem Kind entsprechen und seine Trauer nicht verstärken. Kinder müssen sich nicht nur verabschieden, sondern auch loslassen können. Sätze wie „Opa ist eingeschlafen“ oder „die Tante ist nach Hause gegangen“ sollten vermieden werden. Diese Aussagen verwirren Kinder, machen ihnen Angst oder machen die Endgültigkeit nicht real.

Wann brauchen Kinder eine professionelle Trauerbegleitung?

Jedes Kind ist einzigartig und individuell. Und jedes Kind trauert auf seine Art. Wenn sich Kinder aber vollkommen verschließen, nicht trauern können, den Spaß an ihren Hobbies verlieren und Eltern einfach keinen Zugang finden, dann kann eine professionelle Trauerbegleitung Sinn machen. Viele Therapeuten haben sich hierauf spezialisiert, und können auch trauernden Kindern gut zur Seite stehen. Aber auch Gespräche mit Pfarrer oder Pastor können weiterhelfen.

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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen