Trauer um Tiere – Abschied eines geliebten Familienmitglieds

hundepfote in menschenhandBildquelle: Adobe Stock©celiafoto

Wenn die Katze, der Hund oder das Kaninchen stirbt, bleibt eine schmerzende Leerstelle zurück. Der Verlust eines Haustiers tut weh und verursacht oft eine ähnliche Trauer wie das Ableben eines Freundes oder Verwandten. Trotzdem stoßen die Betroffenen in ihrem Umwelt häufig auf Unverständnis und versuchen sogar, ihre Trauer zu verbergen. Dabei ist die Trauer um den geliebten Hund oder einen anderen tierischen Begleiter ganz normal und sogar wichtig, um den Verlust zu verarbeiten.

Warum der Verlust eines Haustieres so wehtut

Mit liebevollen Spitznamen wie „der beste Freund des Menschen“ oder „Stubentiger“ bringen wir schon zu Lebzeiten die Zuneigung für unser Haustier zum Ausdruck, das uns oft über Jahre begleitet. Schließlich können Hunde und Katzen locker älter als zehn Jahre werden, sogar Kaninchen erreichen zuweilen dieses Alter. Über all die Jahre war der tierische Begleiter dabei. Ob wir umgezogen sind oder der Partner uns verlassen hat – unser Haustier blieb stets an unserer Seite.

Wenn diese Konstante wegfällt, steht die Welt erst mal Kopf. Vom morgendlichen Spaziergang bis zum Befüllen des Futternapfes – plötzlich bricht all diese Routine weg. Das wird zum einschneidenden Erlebnis, das von Tierhaltern verarbeitet werden muss. Hier erfahren Sie, was Sie tun können und auch, wie Sie trauernden Katzen- und Hundehaltern beistehen können.

Lassen Sie die Trauer zu

In vielen Familien sind Hund und Katze, aber auch der Hamster ein Familienmitglied. Für alleinstehende Menschen ist der Vierbeiner oft mehr als nur ein tierischer Mitbewohner. So lässt sich zwar darüber streiten, inwieweit eine Katze oder ein Hund einen Partner oder ein Kind ersetzen können, doch fest steht: Der Verlust eines Haustiers hinterlässt eine Lücke, die Sie betrauern können und sollten.

Leider stoßen viele Halter dabei noch immer auf Unverständnis – nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Umfeld. Denn für viele Firmen ist der Tod eines Haustiers kein Grund für einen Urlaubstag. So wird die Trauer um ein verstorbenes Tier von der Gesellschaft nur zögerlich anerkannt. Nicht zuletzt deshalb ist es wichtig, dass Sie jetzt genau auf Ihre eigenen Bedürfnisse hören und sich dem Kummer hingeben, um so den Schmerz zu überwinden. Keinesfalls sollten Sie gleich ein neues Tier anschaffen. Insgeheim wissen Sie selbst: Es kann Ihren Liebling nicht ersetzen. Verabschieden Sie sich daher zunächst von Ihrem Tier.

Mit einer würdevollen Bestattung Abschied vom Tier nehmen

Wie beim Menschen ist auch das Begräbnis des Tiers ein wichtiger Schritt zur Trauerbewältigung. Eine schöne Zeremonie ermöglicht den würdevollen Abschied und hilft, den Tod zu akzeptieren und spendet auf diese Weise Trost. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten.

Haustier im Garten begraben – das ist erlaubt

Das nüchtern klingende „Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz“, kurz TierNebG, regelt in Deutschland, was bei der Tierbestattung erlaubt ist. In der Regel können Sie Hunde, Katzen und andere Kleintiere ganz legal im Garten begraben, sofern sie ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten, wenn Sie dabei folgende Regeln beachten:

  • Sie besitzen einen eigenen Garten oder haben die Erlaubnis des Grundstückeigentümers.
  • Das Grundstück liegt nicht in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet.
  • Der nächste öffentliche Weg liegt mindestens zwei Meter von der Grabstelle entfernt.
  • Das Tier muss mindestens 50 Zentimeter tief vergraben werden.

Ausnahmen gelten für größere Tiere. So müssen Sie etwa für die Beisetzung eines Wolfshundes oder einer Dogge die Genehmigung beim zuständigen Veterinäramt einholen. Die Körper von Tieren, die an einer meldepflichtigen Krankheit oder Seuche gestorben sind, müssen professionell beseitigt werden. Keinesfalls dürfen Sie Tiere in Parks oder Waldstücken vergraben.

Tipps für die Haustier-Beerdigung

Die Beisetzung Ihres Haustiers können Sie ganz individuell gestalten. Häufig wird es, in eine Decke oder Seidenpapier eingewickelt, in einem Karton beigesetzt, den Sie nach Ihren Wünschen verzieren können. Darüber hinaus gibt es spezielle Hundesärge. In jedem Fall sollten Sie Kunststoff der Umwelt zuliebe im Grab vermeiden.

Selbst wenn Sie keinen eigenen Garten haben, können Sie Ihrem Tier einen schönen Ort für die letzte Ruhe auf einem Tierfriedhof geben oder ihn kremieren lassen und die Asche mit nach Hause nehmen.

Ein Andenken schaffen

Viele Tierhalter halten die Erinnerung an ihren Liebling durch besondere Andenken wach. So können Sie wunderschöne Schmuckstücke aus einem Fellbüschel Ihres vierbeinigen Freundes fertigen lassen, um ihn immer bei sich zu tragen. In einem Gedenkbuch können Sie schöne Momente mit Ihrem Haustier festhalten. Außerdem finden Sie im Netz eine Reihe von Gedenkseiten für Tiere, die über die redensartliche Regenbogenbrücke gegangen sind. Eine besonders edle Erinnerung ist ein aus der Asche des Tiers gefertigter Diamant.

Sie können aber auch im Namen Ihres Haustiers anderen Tieren in Not helfen – z. B. mit einer Spende an das örtliche Tierheim oder indem Sie eine Tierpatenschaft für einen Bewohner auf einem Gnadenhof übernehmen.

Der Umgang mit dem Tod eines Haustieres bei Kindern

Kinder trifft der Verlust ihres vierbeinigen Freundes meist besonders hart. Oft haben sie ihr gesamtes bisheriges Leben mit dem geliebten Hund oder der verschmusten Katze verbracht. Sie brauchen deshalb jetzt besondere Unterstützung. Dabei geht es vor allem darum, Fragen zum Tod ehrlich zu beantworten. Nur so können Kinder den Verlust verstehen und verarbeiten.

Keinesfalls sollten Sie versuchen, die Kinder mit blumigen, erfundenen Geschichten zu „verschonen“. Behaupten Sie also nicht, dass Tier sei „weggelaufen“ oder „lebe jetzt auf einem Bauernhof“. Hören Sie vielmehr genau zu, was das Kind jetzt von Ihnen braucht und nehmen Sie trauernde Kinder und ihre Bedürfnisse ernst. Dabei können Sie den Nachwuchs auch an Ihrer eigenen Trauer um das Haustier teilhaben lassen. Denn jetzt zu trauern, ist nur menschlich. Nicht umsonst heißt es: Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein anderes Tier?

Trauer ist ein individueller Prozess. Manchmal dauert es Wochen, Monate oder Jahre, bis sie den Verlust gänzlich verarbeitet haben. Während es einigen Menschen hilft, den Schmerz zu verarbeiten, während Sie sich um ein neues Tier kümmern können, befürchten andere, damit ihren Liebling zu ersetzen. Entscheiden Sie daher selbst, was Ihnen nach dem Tod Ihres Haustiers guttut und was nicht.

Oft hilft es, die Erfahrung mit anderen Tierhaltern zu teilen – ob in der Familie, mit Freunden oder in Selbsthilfegruppen. Andere Tierfreunde verstehen, was Sie gerade durchmachen und können hilfreiche Tipps geben, wie sie in der Vergangenheit damit umgegangen sind, als ihr Haustier verstorben ist.

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen