Die ersten Schritte im Todesfall – was jetzt getan und beachtet werden muss

Formalitäten nach dem TodesfallStirbt ein geliebter und nahestehender Mensch, ist die Trauer groß. An vorgeschriebene Formalitäten oder wichtige bürokratische Schritte denken jetzt die Wenigsten. Doch es gibt bestimmte gesetzlich geregelte Pflichten, die nahe Angehörige direkt nach dem Tod eines geliebten Menschen erfüllen müssen. Welche notwendigen Schritte und Formalitäten direkt nach einem Todesfall wichtig sind und womit Sie sich noch ein wenig Zeit lassen können, erfahren Sie nachstehend.

Den behandelnden Arzt des Verstorbenen benachrichtigen

Stirbt ein Mensch zu Hause, muss zuerst der behandelnde Arzt verständigt werden. Dieser muss den Verstorbenen untersuchen, den Tod bestätigen und den Todeszeitpunkt festlegen. Des Weiteren wird der Arzt erste wichtige Dokumente ausstellen, wie die Todesbescheinigung und den Leichenschauschein. Ist der eigene Hausarzt nicht erreichbar oder nicht im Dienst, muss ein Vertreter bzw. Notdienst verständigt werden. Wichtig ist, dass dieser erste Schritt schnellstmöglich und nach Möglichkeit unmittelbar nach dem Versterben der Person erfolgt. Verstirbt ein Mensch im Krankenhaus oder einem Pflegeheim, so werden diese ersten Schritte automatisch vom jeweiligen Personal in die Wege geleitet.

Wichtige Unterlagen des Verstorbenen zusammenstellen

Auch wenn die Trauer kaum Zeit und Raum für Formalitäten lässt, so sollten ebenfalls unmittelbar nach dem Tod alle wichtigen und benötigten Unterlagen herausgesucht und zusammengestellt werden. In den nächsten Wochen werden diverse Ämter und Stellen immer wieder Unterlagen verlangen, die einen früher, die anderen später. Umso wichtiger, diese möglichst früh griffbereit zu haben. Einige Unterlagen werden sogar direkt nach dem Tod benötigt, sodass es entscheidend ist, die Unterlagen unmittelbar zusammenzustellen. Denken Sie insbesondere an folgende Unterlagen:

  • vom Arzt ausgestellter Totenschein bzw. die Bescheinigung
  • eventuell vorhandener Organspenderausweis
  • Verfügungen bezüglich der Bestattung
  • Testament
  • Personalausweis, Urkunden aus dem Familienstammbuch
  • die Sterbeurkunde
  • diverse Versicherungsunterlagen

Der Bestattungspflicht nachkommen

Auch wenn vielen Angehörigen der Abschied oft schwerfällt, gibt es in Deutschland eine sogenannte Bestattungspflicht: Innerhalb bestimmter gesetzlicher Fristen müssen verstorbene Personen entsprechend bestattet werden. So haben Angehörige im Todesfall nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, einen Bestatter zu beauftragen. Welcher Angehörige der Bestattungspflicht nachkommen muss, ist unabhängig von der Erbfolge, hier geht es immer um die nächsten noch lebenden Angehörigen. Die Bestattungspflicht beinhaltet, dass ein Bestatter ausgewählt und beauftragt werden muss. Des Weiteren müssen Art und Ort der Bestattung festgelegt werden. Hat der Verstorbene zu Lebzeiten eine Verfügung bezüglich seiner Bestattung erstellt, so gelten die hier festgelegten Punkte. Dennoch muss auch in solch einem Fall der Bestattungspflicht nachgekommen werden.

Informationspflicht bei Todesfall: Wichtige Stellen und Personen informieren

Neben der Bestattungspflicht gibt es nach dem Tod eines Angehörigen auch eine Informationspflicht. So werden natürlich Freunde, Bekannte und weitere Angehörige benachrichtigt, aber auch Versicherungen oder der jeweilige Arbeitgeber müssen informiert werden. Nicht selten glauben Angehörige, es gäbe noch genügend Zeit, um die Versicherungen zu kontaktieren. Tatsächlich aber haben viele Versicherungen sehr strenge und kurze Fristen. Erfolgt die Information zu spät, kann die Versicherung sogar die Zahlung von vereinbarten Geldern verweigern. Geht es um Verträge wie Lebensversicherungen oder Unfallversicherungen, sollte die Information unmittelbar und innerhalb weniger Stunden erfolgen. Oft belaufen sich die Fristen hier auf rund 48 Stunden nach dem Tod. Bei anderen Versicherungen, wie z.B. der Krankenversicherung, sind die Fristen hingegen nicht allzu streng geregelt. Wichtig ist auch, insofern der Verstorbene noch berufstätig war, den Arbeitgeber unmittelbar über den Tod seines Mitarbeiters zu informieren. Und auch die Angehörigen sollten ihren Arbeitgeber informieren, unter Umständen steht ihnen sogar ein Sonderurlaub zu.

Sterbeurkunde beantragen

Innerhalb von drei Tagen ab dem Todestag sind die Angehörigen dazu verpflichtet, die Sterbeurkunde zu beantragen. Zuständig ist hier das jeweils zuständige Standesamt. Zur Beantragung werden Unterlagen wie Totenschein, Personalausweis und die Urkunden aus dem Stammbuch benötigt.

Zimmer im Alten- oder Pflegeheim räumen

Hat ein verstorbener Angehöriger nicht mehr zu Hause gewohnt, sondern in einem Heim, ist es die Pflicht der nächsten Verwandten, das Zimmer auszuräumen. Auch wenn die Heime in der Regel viel Verständnis für die Trauer der Angehörigen haben, so müssen sie aufgrund der hohen Nachfrage dennoch darauf bestehen, dass die Zimmer eines kürzlich verstorbenen Bewohners möglichst schnell ausgeräumt werden. Die Fristen können je nach Heim unterschiedlich gehandhabt werden, hier sollten sich die Angehörigen immer zeitnah informieren.

Das gibt es im Todesfall noch zu tun

Neben den bereits genannten Schritten sind auch die nachfolgenden Punkte wichtig und zu beachten. Was die Zeiträume und Fristen angeht, so kommt es hier meist auf den individuellen Fall und Vertrag an. Wichtig ist, dass sich die Angehörigen genau informieren und beraten lassen:

  • vorhandene Verträge kündigen
  • Ummeldungen und Umschreibungen vornehmen
  • ggf. Hinterbliebenenrente beantragen
  • den Nachlass klären

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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen