Der Waldfriedhof: Letzte Ruhe in der Natur

Grabstelle auf einem Waldfriedhof

Bildcredit: pixabay.com/Ulrich Welzel

Die Vorstellung, die letzte Ruhe unter einem Baum im Wald zu finden, ist für viele Menschen ein Trost. Vor allem naturverbundene Menschen wünschen sich eine Bestattung auf dem Waldfriedhof oder wählen für ihre Angehörigen sogar eine Beisetzung im Friedwald.

Waldfriedhof oder Friedwald – wo ist der Unterschied?

Ein Friedwald oder auch Ruheforst ermöglicht die Bestattung von Verstorbenen in der Natur. Anders als bei einem herkömmlichen Friedhof stehen im Friedwald keine Grabstellen zur Verfügung. Stattdessen werden die Verstorbenen im Rahmen einer Baumbestattung beigesetzt. Zwar können die Gräber im Friedwald nicht individuell gestaltet werden, doch wird der Baum als Ruheort des Verstorbenen gekennzeichnet. In einem deutschen Ruheforst ist ausschließlich die Urnenbeisetzung möglich.

Im Gegensatz zum Friedwald ist die Bezeichnung Waldfriedhof nicht klar definiert. Darunter können auch städtische Friedhöfe fallen, die naturnah liegen beziehungsweise von vielen Bäumen umgeben sind. Auch die Lage nahe des Waldes kann dazu führen, dass ein Friedhof als Waldfriedhof bezeichnet wird. Der Waldfriedhof hingegen ermöglicht in der Regel auch die Beisetzung im Sarg und ist nicht nur für die Urnenbeisetzung vorgesehen. Dennoch können Verstorbene auch hier ihre letzte Ruhe unter einem Baum finden.

Welche Grabarten stehen auf einem Waldfriedhof zur Auswahl?

In der Regel können auf einem Waldfriedhof die gleichen Bestattungsarten wie auf einem herkömmlichen Friedhof gewählt werden, wie etwa das Wahl- oder Reihengrab sowie die Erd- oder Urnenbeisetzungen. Zusätzlich bieten Waldfriedhöfe häufig jedoch auch die Bestattung unter einem Baum an. Damit die Umgebung so viel Ruhe wie möglich ausstrahlt und der Wald naturbelassen bleibt, wird auf einem Waldfriedhof häufig auf Grabschmuck verzichtet. Dies handhabt jedoch jeder Waldfriedhof anders. Daher sollten Sie sich vorab informieren, was in Bezug auf die Grabgestaltung erlaubt und was unerwünscht ist.

Waldfriedhöfe: Ein Ort der Ruhe

Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Bestattung auf einem Waldfriedhof, um ihren Frieden in der Natur zu finden. Da Waldfriedhöfe häufig an der Stadtgrenze liegen, bieten sie auch für die Angehörigen sehr viel Ruhe, wenn diese das Grab besuchen. Je nach Örtlichkeit steht auf dem Waldfriedhof eine Trauerhalle oder Friedhofskapelle für die Trauerfeier bereit. Durch die unmittelbare Nähe zur Stadt sind die Waldfriedhöfe zudem gut zu erreichen.

Ein Ruheforst hingegen bietet diese Annehmlichkeiten nicht. Jedoch können Sie sich hier für eine Baumbestattung entscheiden und häufig auch den Baum auswählen, unter dem der Verstorbene beigesetzt werden soll. Die Bestattung im Ruheforst ist sowohl in Einzel- als auch Paar- oder Familiengräbern möglich. Nicht nur für die Verstorbenen ist der Waldfriedhof ein Ort der Ruhe, auch die Angehörigen können hier Kraft tanken. Der Baum ist mehr als nur ein Ort für die Bestattung. Bei einem Spaziergang können die Angehörigen die Umgebung auf sich wirken lassen und Abstand zum Alltag finden. 

Was kostet eine Baumbestattung?

Wie auch bei einer herkömmlichen Bestattung fallen für die Waldbeisetzung Friedhofsgebühren, darunter Kosten für die Durchführung der Bestattung sowie Gebühren für die Nutzung der Grabstelle, an. Die Gebühren unterscheiden sich je nach Friedhof und Umfang der Bestattung. Da jedoch nach der Bestattung die Kosten für die Grabpflege entfallen, gestaltet sich die Baumbestattung häufig günstiger als eine Beisetzung auf einem städtischen Friedhof.

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen