Die Friedhofsordnung

Friedhofs- und Bestattungsgesetze sind Sache der Bundesländer. Die Rechtsgrundlage lässt jedoch viel Spielraum für Friedhofsbetreiber, egal ob kirchlich oder kommunal. Jeder Friedhof hat daher eine eigene Friedhofsordnung oder -satzung, die Sie häufig auch online einsehen können. Doch was wird in der Friedhofsordnung geregelt?

 

Inhalt der Friedhofssatzung

Die Friedhofsordnung steckt zunächst den juristischen Geltungsbereich ab. Die Vorschriften beziehen sich auf das Friedhofsgelände selbst, aber auch auf eine Kapelle oder ein Kolumbarium, sofern vorhanden. Jeder Friedhof beschließt eine eigene Friedhofssatzung, in der auch geregelt wird, wer und zu welchen Bestattungszeiten auf diesem Friedhof beigesetzt werden kann. Manche Friedhöfe ermöglichen Beisetzungen am Wochenende nur nach Absprache.

Auf kirchlichen Friedhöfen ist es üblich, dass die Gräber von Personen belegt werden, die zum Zeitpunkt ihres Ablebens Gemeindemitglied waren. Nach Absprache und Verfügbarkeit von freien Grabstellen können jedoch oft auch andersgläubige oder nichtreligiöse Menschen auf einem kirchlichen Friedhof beigesetzt werden. Bei der Belegung ist jedenfalls die Ruhefrist zu beachten.

Jeder Friedhof hat die vom Bundesland vorgeschriebene Mindestruhezeit einzuhalten, kann darüber hinaus jedoch eigene Regelungen zur Ruhezeit angeben. Die Gebühren für die zeitlich gebundene Pacht eines Grabes können Sie in der meist separat vorliegenden Friedhofsgebührensatzung nachlesen. Der Preisvergleich zwischen Friedhöfen lohnt sich mitunter. Denn die Pachtkosten für das Grab machen einen Großteil der Bestattungskosten aus.

 

Verhalten auf dem Friedhof

Die Friedhofsordnung enthält zudem Hinweise dazu, wie man sich auf dem Friedhof als Besucher zu verhalten hat. Dabei sind die Öffnungszeiten, die meist am Friedhofseingang ausgehängt werden, einzuhalten. Das Lärmen ist zu jedem Zeitpunkt untersagt und Müll ist ausschließlich in den bereitgestellten Behältern zu entsorgen. Einige Friedhöfe bestehen darauf, dass Kinder nur in Begleitung eines Erwachsenen das Friedhofsgelände betreten. Die Mitnahme von Hunden auf den Friedhof ist häufig nicht gestattet.

Achtung: Wer eine Grabstätte beschädigt oder dies auch nur vorhat, verstößt nicht nur gegen die Friedhofsordnung, sondern macht sich strafbar. Die Störung der Totenruhe kann mit einer Geldstrafe oder dem Freiheitsentzug geahndet werden.

 

Gestaltung der Grabstätte

Die Regeln der Friedhofsordnung geben außerdem Auskunft darüber, wie die Grabstätte gestaltet werden darf. Teilweise finden sich genaue Vorschriften zu den zu verwendenden Grabsteinarten und -materialien in der Friedhofssatzung. Jeder Grabstein sollte daher vor dem Aufstellen durch den Friedhofsbetreiber genehmigt werden. Um Unfälle zu vermeiden, ist es verpflichtend, den Grabstein an der Grabstätte zu verankern. Meist übernimmt das der Steinmetz, der den Grabstein gefertigt hat. In regelmäßigen Abständen, meist nach der Frostperiode, wird die Standfestigkeit der Grabsteine überprüft.

Neben der Art des Grabsteins hält die Friedhofsordnung auch Hinweise dazu bereit, wie die Bepflanzung gestaltet werden soll. Während es im Judentum und Islam üblich ist, die Grabstätte nach Errichtung weitgehend der Natur zu überlassen, werden christliche Gräber gehegt und gepflegt. Was als ordnungsgemäßer Zustand gilt, unterliegt damit der jeweiligen Friedhofsordnung.

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen