Naturfriedhof – Beisetzung inmitten der Natur

Naturfriedhof
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Zurück zu den Wurzeln: Für viele bedeutet die Beisetzung auf dem Naturfriedhof, dass sich der Kreis des Lebens schließt. Fortan gibt der Kreislauf der Natur den Takt an. Früher war es vor allem Förstern vorbehalten, nach dem Tod in ihrem Schutzwald begraben zu sein. Mit wachsender Einäscherungsrate suchen immer mehr Menschen die letzte Ruhe auf Naturfriedhöfen.

 

Bestattung in der Natur nur mit Urnengrab

Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Einäscherung. Obwohl die Asche des Verstorbenen in Deutschland und Österreich nicht einfach verstreut werden darf, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit den sterblichen Überresten nach der Kremation umzugehen. Alternative Bestattungsformen, wie Seebestattung oder Baumbestattung inmitten der Natur, werden immer beliebter. Ob Baumbestattung oder Beisetzung der Asche auf einer Wiese – das Grab auf einem Naturfriedhof ist in Deutschland und Österreich stets ein Urnengrab.

 

Vorschriften für die Baumbestattung auf Naturfriedhöfen

Einige Naturfriedhöfe schreiben für die Bestattung im Wald vor, dass die Urne aus biologisch abbaubarem Material besteht. Die Vorstellung, nach dem Tod eins mit der Natur zu werden, ist für viele Menschen und deren Angehörige tröstlich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Friedhöfen suchen sie Grabsteine auf Naturfriedhöfen jedoch vergebens.

Anonyme Gräber werden häufig Verstorbenen vergeben, die im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt sind. Einige Naturfriedhöfe weisen mit Plaketten an den Bäumen oder durch Übersichtstafeln allerdings darauf hin, wer an dieser Stelle seine letzte Ruhe gefunden hat. In jedem Fall haben die Hinterbliebenen mit dem Bestattungsbaum einen festen Platz, den sie zum Trauern aufsuchen können.

 

Vorteile der Naturbestattung

Mit dem Wegfall des Sterbegeldes rückt die Finanzierung der eigenen Bestattung für viele Menschen in den Vordergrund. Selbst Personen ohne starken Bezug zur Natur entscheiden sich daher immer häufiger für die Naturbestattung. Im Vergleich zur Beisetzung im Sarg ist die Naturbestattung, ob an den Wurzeln eines Baumes oder in der Wiese, günstiger und dennoch individuell zu gestalten. Die letzte Ruhe auf dem Naturfriedhof bietet darüber hinaus folgende Vorteile:

  • Beisetzung unabhängig von der Religionszugehörigkeit
  • Grabpflege wird Aufgabe der Natur
  • Trauernde werden zum Waldspaziergang eingeladen, statt einen Friedhof aufzusuchen

 

Bestattungsarten auf dem Naturfriedhof

Seit den 1980er Jahren ist das Interesse für alternative Bestattungsformen zunehmend gewachsen. Naturverbundene Menschen ziehen die Baumbestattung der Beisetzung auf einem traditionellen Friedhof vor. Doch auch vielen anderen Menschen gefällt diese Form der Bestattung besser. Die Beisetzung auf dem Naturfriedhof ermöglicht zudem einen würdevollen Abschied von Früh- und Totgeburten. Hierfür bieten die Naturfriedhöfe sogenannte Sternschnuppenbäume für Sternenkinder an, die bis zum dritten Lebensjahr verstorben sind.

Folgende Arten von Grabstätten sind auf dem Naturfriedhof zu finden:

  • Gemeinschaftsbaum: Die Asche verschiedener Verstorbener wird an einem Baum beigesetzt. Ähnlich wie beim Reihengrab entfällt die genaue Kennzeichnung der Beisetzungsstelle.
  • Familien- oder Freundschaftsbaum: Sie erwerben die Bestattungsrechte an einem Baum und bestimmen damit, ähnlich dem Familiengrab, wer dort beerdigt werden soll.
  • Einzel- oder Partnerbaum: Ausschließlich die Asche von einer bzw. von zwei Personen wird an diesem Baum beigesetzt.
  • Basisplatz: Sie erwerben eine Grabstätte mit verkürzter Ruhezeit von bis zu 30 Jahren. Die reguläre Ruhezeit für Gräber beträgt 99 Jahre.

 

Trauerfeier auf dem Naturfriedhof

Während es den Hinterbliebenen wichtig ist, einen festen Ort zur Trauerbewältigung zu haben, wünschen sich die Baumbestattungsinteressenten, dass die Angehörigen aus freien Stücken und nicht nur aus Pflichtgefühl zum Grab kommen. Ein Bestattungswald kommt beiden entgegen. Der Besuch des Verstorbenen auf dem Friedhof wird zum Waldspaziergang.

Waldfriedhöfe bieten diverse Lösungen zur Gestaltung der Trauerfeier an. Auf Wunsch spricht der örtliche Förster ein paar Worte am Grab. Nach Absprache können Sie den Abschied auch selbst gestalten. Nicht immer ist jedoch eine überdachte Trauerhalle vorhanden. Halten Sie vorab Rücksprache, welche Möglichkeiten für eine individuelle Trauerfeier auf dem Naturfriedhof bestehen.

Bereits zu Lebzeiten können Sie Naturfriedhöfe bei einem Waldspaziergang erkunden, um sich Ihren späteren Ruheplatz im Friedwald auszusuchen. Die Urne wird am gewünschten Baum in zwei bis drei Meter Abstand vom Stamm beigesetzt. Ihren persönlichen Wunsch können Sie im Rahmen der Bestattungsvorsorge oder in einer Bestattungsverfügung verbindlich festhalten.

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen