Das Kolumbarium

Das Kolumbarium ist eine mögliche Grabform bei einer Feuerbestattung. Im Gegensatz zu klassischen Urnengräbern auf dem Friedhof wird die Urne im Kolumbarium nicht vergraben, sondern oberirdisch beigesetzt. Die Aufbewahrung der Urnen erfolgt in speziellen Nischen. In den vergangenen Jahren haben viele Friedhöfe separate Kolumbarien oder Urnenwände in der Kapelle errichtet.

 

Urnen im Kolumbarium beisetzen

Inzwischen ist die Feuerbestattung die gängigste Bestattungsform in Deutschland. In den letzten Jahren sind daher zahlreiche Kolumbarien in Deutschland geschaffen worden. Dabei handelt es sich um ein Gebäude zur Aufbewahrung der Urnen. Das Kolumbarium mit den Nischen für die Urnen gehört zum Friedhof, zu einer Kirche oder ist an einem Krematorium angegliedert.

Das Erdgrab zur unterirdischen Beisetzung der Asche von Verstorbenen ist damit nicht die einzige Grabform nach einer Feuerbestattung. Es gibt verschiedene Gründe, sich für eine Bestattung im Kolumbarium zu entscheiden:

  • Geringe Grabkosten: Auf die Beisetzung in der Urnennische im Kolumbarium entfallen geringere Beisetzungsgebühren und auch die Grabnutzungsgebühren fallen geringer aus als bei einer Erdbestattung.
  • Kein Grabstein nötig: Statt eines Grabsteins weist die Platte, die die Urnennische verschließt, auf die Identität des dort Ruhenden hin. Die Kosten für den Steinmetz entfallen dadurch.
  • Geringer Pflegeaufwand: Bepflanzungen an der Grabstätte müssen gepflegt werden. Das schreibt die Friedhofsordnung in vielen Fällen vor. Der Aufwand bzw. die Kosten für die Grabpflege fallen beim Kolumbarium jedoch weg.
  • Günstiges Familiengrab: In manchen Kolumbarien werden größere Urnennischen angeboten, in der mehr als eine Urne Platz finden. Im Kolumbarium können daher auch Familiengräber eingerichtet werden.

 

Geschichte des Kolumbariums

Der Begriff des Kolumbariums stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „Taubenschlag“. Altrömische Grabkammern hatten tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit zum Taubenhaus. Heute bezeichnet das Kolumbarium ausschließlich ein Gebäude oder eine Halle zur Aufbewahrung von Urnen.

Die Bestattung in Urnen ist von jahrtausendealter Tradition. Die Einäscherung war die häufigste Bestattungsform der Frühzeit. Mit der Verbreitung von Judentum und Christentum änderte sich dies, da die Religion die Leichenverbrennung verbot.

 

Kolumbarien in Deutschland

Im 18. Jahrhundert fanden die ersten Feuerbestattungen der Neuzeit in Mitteleuropa statt – meist auf einem Scheiterhaufen. Erst 1878 wurde das erste Krematorium Deutschlands in Gotha in Betrieb genommen. Die Urnen wurden zunächst in der angeschlossenen Urnenkolonnade beigesetzt. Bald reichte jedoch der Platz nicht mehr aus. 1892 wurde ein Kolumbarium angebaut.

Die Katholische Kirche stand der Feuerbestattung weiterhin kritisch gegenüber. Erst 2004 schuf die Pfarrkirche Erscheinung Christi in Krefeld das erste Kolumbarium in einer katholischen deutschen Kirche. Weitere Gemeinden sind inzwischen nachgezogen. Kolumbarien können Sie zum Beispiel in der Aachener Grabeskirche St. Josef und in der Erfurter Allerheiligenkirche aufsuchen.

 

Friedhofsordnung und das Kolumbarium

Die meisten Kolumbarien befinden sich auf Friedhöfen. Zur Gestaltung der Grabstätten enthält die Friedhofsordnung bindende Vorschriften. So ist es in der Regel nicht gestattet, Veränderungen an den Urnennischen vorzunehmen. Bauliche Maßnahmen können nur nach Absprache und gegen entsprechende Gebühr, allerdings nicht auf eigene Faust umgesetzt werden.

Der Gestaltungsspielraum ist für die Angehörigen bei einer Beisetzung im Kolumbarium gering. Das gilt ebenso für die Bestattung in der Urnenwand und in der Urnenkolonnade. Lediglich neu errichtete Urnenstelen können aufwändig von einem Steinmetz verziert werden.

 

Alternativen zum Kolumbarium

Wer sich für eine Feuerbestattung entschieden hat, kann die Urne jedoch nicht nur in der Urnennische beisetzen. Auf dem Friedhof ist die Beisetzung im Erdgrab möglich. Die Beisetzung erfolgt entweder im Urnenwahlgrab oder in einem Urnenreihengrab. Die anonyme Bestattung in einer Gemeinschaftsanlage sowie das Wiesengrab sind Alternativen zur herkömmlichen Erdbestattung in der Urne.

Darüber hinaus werden Naturbestattungen beliebter. Die Beisetzung der Urne erfolgt dabei nicht auf einem abgesteckten Friedhofsareal, sondern in einem Bestattungswald. Der Friedhofsbesuch wird dadurch zum Waldspaziergang. Eine andere Option ist die Seebestattung im Meer, bei der die Asche des Verstorbenen in den Kreislauf der Natur zurückgegeben werden.

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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen