Berühmte Friedhöfe: Die fünf bekanntesten Friedhöfe der Welt

grabstein von karl marx highgate cemeteryBildquelle: Adobe Stock©Christian

Auf Friedhöfen finden die Toten ihre letzte Ruhe. Deshalb sind Friedhöfe auch für die Lebenden wichtige Orte. Hier gedenken sie den Verstorbenen und reflektieren zugleich die eigene Vergänglichkeit. Manchmal suchen Menschen aber auch Friedhöfe auf, um Grabstätten berühmter Persönlichkeiten zu bewundern. So sind einige Friedhöfe selbst zu Sehenswürdigkeiten geworden, die zum Spazierengehen und Auseinandersetzen mit Geschichte einladen. Entdecken Sie die fünf berühmtesten Friedhöfe der Welt!

Highgate Cemetery in London

Der Highgate Cemetery gehört zu den Magnificent Seven – sieben Friedhöfe, die innerhalb von zehn Jahren im 19. Jahrhundert in London entstanden sind. Der Highgate Cemetery im Norden der britischen Hauptstadt öffnete 1839 seine Pforten und teilt sich in einen älteren westlichen und einen größeren östlichen Teil auf. Die zwei Friedhofsbereiche trennt eine öffentliche Straße. Man findet viele Grabstätten im neogotischen und klassizistischen Stil in der grünen Anlage, die als Naturreservat auch eine enorme Artenvielfalt in Sachen Flora und Fauna zu bieten hat.

Insgesamt befinden sich mehr als 53.000 Gräber auf dem Gelände. Zu den bekanntesten gehört das von Karl Marx, der hier am 17. März 1883 beigesetzt wurde. Der ursprünglich spartanische Grabstein wurde von der Kommunistischen Partei Großbritanniens 1956 erneuert und mit einer Porträtbüste des Philosophen und Ökonomen versehen. Der Aufruf „Workers of all lands, unite“ aus dem Kommunistischen Manifest ist heute auf dem Grabstein zu lesen. Andere berühmte Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, sind der Schriftsteller Douglas Adams sowie der Musiker George Michael.

Wenn Sie schon einmal in London sind: Im Stadtzentrum finden Sie auf einem anderen Friedhof der Magnificent Seven einen weiteren Weltstar und merken es vielleicht nicht einmal. Freddie Mercury liegt auf dem Kensal Green Cemetery begraben – aber unter seinem Geburtsnamen Farrokh Bulsara.

Le Cimetière du Père-Lachaise in Paris

Der größte Pariser Friedhof beherbergt Grabstätten unterschiedlicher Epochen auf etwa 44 Hektar. Die Anlage selbst ist bereits sehenswert und stellt für einige Filmszenen die Kulisse. So hat der Friedhof Père-Lachaise unter anderem in „Die fabelhafte Welt der Amélie“ sowie in „Paris, je t’aime“ einen Auftritt.

Doch was den Parkfriedhof eigentlich zum Publikumsmagnet macht, ist seine Promidichte. Grabstätten berühmter Persönlichkeiten von Frédéric Chopin über Oscar Wilde und Édith Piaf bis hin zu Jim Morrison tragen dazu bei, dass jährlich bis zu 3,5 Millionen Besucher und Touristen den Pariser Friedhof aufsuchen.

Zentralfriedhof in Wien

Zahlreiche Ehrengräber und beeindruckende Grabmäler wie Mausoleen im Jugendstil machen den Wiener Zentralfriedhof zu einem der vielen Sehenswürdigkeiten der ehemaligen Kaiserstadt.

Vor allem die Grabstätten bekannter Komponisten wie Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Franz Schubert wirken als Besuchermagnet. Das Grabmal für Wolfgang Amadeus Mozart ist jedoch nur ein Denkmal. Das musikalische Wunderkind liegt in Wahrheit in einem anonymen Grab auf dem Sankt Marxer Friedhof begraben. Mit Falcos Tod im Jahr 1998 wurde das Grab des Popstars zu einer regelrechten Attraktion für Fans.

Fast genauso beeindruckend wie die Fülle an Prominenten ist die Religionsvielfalt auf dem Wiener Zentralfriedhof. Neben einem alten und neuen jüdischen Friedhof gibt es unter anderem auch eine islamische und buddhistische Abteilung.

Ein Geheimtipp ist übrigens der Besuch des Friedhofs der Namenlosen am Albernen Hafen in Wien. Der verwilderte und vergleichsweise kleine Friedhof ist in der Donau Ertrunkenen gewidmet und diente unter anderem als Kulisse für eine Szene im Film „Before Sunrise“.

Alter Jüdischer Friedhof in Prag

Der Alte Jüdische Friedhof im Prager Stadtteil Josefov zählt zu den historisch bedeutendsten jüdischen Friedhöfen Europas. Obwohl er mit einer Fläche von ca. einem Hektar vergleichsweise klein ist, liegen hier vermutlich die Gebeine von bis zu 100.000 Menschen begraben – teilweise in Schichten übereinander, sodass die Anlage überaus hügelig ist.

Gemäß jüdischem Glauben wird auf dem Friedhof kein Blumenschmuck niedergelegt. Stattdessen lässt man die Grabstätten von Gras und Efeu überwuchern. Bei einem Spaziergang fällt auf: Viele Grabsteine ragen bemoost und teilweise schief gen Himmel. Entsprechend verwildert und ein bisschen mysteriös liegt der Friedhof da, dessen Geschichte bis ins frühe 15. Jahrhundert zurückreicht.

Neptune Memorial Reef vor Key Biscayne, Florida

Ein ganz moderner Friedhof, der jedoch eher an eine antike versunkene Stadt erinnert, liegt vor der Küste von Key Biscayne in Florida. Der auch als „Atlantis Reef“ bekannte Unterwasserfriedhof ist als größtes menschengemachtes Korallenriff geplant. Zwölf Meter unter der Wasseroberfläche können Urnen unter Statuen, Toren und Unterwasserterrassen beigesetzt werden. Bereits jetzt wird die Anlage gerne von Tauchern besucht.

Weitere bekannte Friedhöfe

Neben den genannten außergewöhnlichen letzten Ruhestätten gibt es eine Reihe weiterer Friedhöfe weltweit, die absolut sehenswert sind:

  • Der Fröhliche Friedhof in Maramures, Rumänien – mit seinen farbenfrohen Grabmälern
  • Der Sleepy Hollow Cemetery in Sleepy Hollow, New York – namentlich bekannt durch eine Geschichte des Autors Washington Irving, der hier neben anderen bekannten Persönlichkeiten wie William Rockefeller und Walter Chrysler seine letzte Ruhestätte gefunden hat
  • Der Friedhof La Recoleta in Buenos Aires, Argentinien – mit seinen prunkvollen Mausoleen und als letzte Ruhestätte von Eva „Evita“ Perón
  • Der Forest Lawn Memorial Park in Glendale, Kalifornien – der Prominenten-Friedhof, auf dem neben dem King of Pop auch Walt Disney, Humphrey Bogart und Elizabeth Taylor bestattet wurden
  • Der Lafayette Cemetery No. 1 in New Orleans, Louisiana – aufgrund seiner architektonischen Ausgestaltung: die Anlage verfügt über einen kreuzförmigen Grundriss und war Kulisse für Filme wie „Interview mit einem Vampir“
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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen