Weltliche Bestattung: Individuelle Trauerfeier ausrichten

bestattung individuell gestaltenAdobe Stock©Racamani

Jedem Menschen gebührt ein würdevoller Abschied – unabhängig von der Religion. Mit der weltlichen Bestattung können Hinterbliebene eine individuelle Trauerfeier ausrichten, selbst wenn der Verstorbene keinem festen Glauben angehörte. Manche Menschen haben vielleicht auch den Bezug zur Kirche verloren oder waren einfach noch nicht getauft. Gemeinsam mit einem professionellen Trauerredner oder einer professionellen Trauerrednerin gestaltet die Familie des Verstorbenen einen ganz persönlichen Abschied.

Hintergrund der weltlichen Bestattung

Bei der weltlichen Bestattung steht die Persönlichkeit des Verstorbenen im Vordergrund. Außerdem können die Hinterbliebenen die Beisetzung mitgestalten und wünschen sich daher eine säkuläre Beisetzung. Aber auch kulturelle und historisch geprägte Gepflogenheiten spielen bei der Wahl eine Rolle.

Fakt ist: Ein Großteil der Bestattungen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR findet ohne religiösen Rahmen statt. In den neuen Bundesländern sind etwa 80 Prozent weltliche Bestattungen, was wohl mehrheitlich auf die Zurückdrängung der Kirche zu DDR-Zeiten zurückgeht. In Bayern sind hingegen nach wie vor acht von zehn Bestattungen religiös. Trotzdem zeichnet sich ein Trend ab: Immer häufiger wird ein Trauerredner oder eine Trauerrednerin statt eines Geistlichen für die Trauerfeier engagiert.

Die Rolle von Trauerrednern

Viele Menschen wünschen sich, individuell von der Welt zu gehen. Oft halten sie ihre Wünsche schon zu Lebzeiten in einer Bestattungsverfügung fest. So bestimmen sie selbst, was mit ihnen nach dem Tod geschehen soll. Angehörige finden darin Trost, dass bei der Trauerrede ganz individuell auf das verstorbene Familienmitglied eingegangen wird. Das hilft ihnen auch, die eigene Trauer zu bewältigen. Um jedoch bei der persönlichen Trauerrede nicht von Gefühlen überwältigt zu werden, betrauen viele eine Trauerrednerin oder Trauerredner mit dem Verfassen und Verlesen der Abschiedsworte.

Zwischen zehn bis zwanzig Minuten lang ist eine solche Trauerrede in der Regel. Damit sie wirklich zum Verstorbenen passt, suchen Trauerredner vorab das Gespräch mit den Hinterbliebenen. Mit jemandem über den Verlust zu sprechen, wirkt oft tröstlich. Danach geht es für Trauerredner an den Feinschliff. Schließlich muss der Vortrag zur Trauerfeier sitzen. Es gibt keine zweite Chance für die letzten Worte.

Inhalte der Trauerrede bei weltlichen Bestattungen

Mit der Trauerrede zelebrieren die Trauergäste bei einer weltlichen Feier das Leben des Verstorbenen. Deshalb gehen Trauerredner häufig darauf ein, wie der Mensch war, was er mochte und was er erlebt hat. Bei verstorbenen Kindern wird mitunter auch über das Umfeld und die Familie gesprochen. Wichtig ist, dass neben feierlichen Worten auch der Stille während der Trauerzeremonie Raum gegeben wird. So können die Trauergäste dem Verstorbenen auf ihre Weise gedenken. Und obwohl jeder Abschied traurig ist, soll die Trauerfeier den Hinterbliebenen als schöne Erinnerung im Gedächtnis bleiben.

Deshalb darf und soll sich die Familie auch persönlich einbringen, zum Beispiel mit Musik, die der Verstorbene besonders mochte, oder indem die Hinterbliebenen selbst ein paar Worte sprechen oder gemeinsam singen. Bei der Gestaltung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Außerdem ist es durchaus üblich, dem Verstorbenen liebgewonnene Andenken mit ins Grab zu geben. Denkbar sind beispielsweise Bilder, Spielzeug, aber auch Spielkarten, wenn der Verstorbene leidenschaftlicher Skatspieler war, oder Schokolade bei einem besonderen Genussmenschen.

Orte für eine weltliche Trauerfeier

Wo die weltliche Trauerfeier abgehalten wird, bestimmen Sie. Die Zeremonie kann am Sarg oder nach der Einäscherung vor der Urne stattfinden. Hierfür stehen Ihnen Feierhallen auf dem örtlichen Friedhof zur Verfügung. Denn auch auf kirchlichen Friedhöfen gibt es zumeist Bereiche, wo Menschen mit anderer oder ganz ohne Konfession beigesetzt werden. Zudem ist es möglich, individuell Räumlichkeiten für eine Trauerfeier anzumieten, zum Beispiel ein Restaurant.

Neben der Feuer- und Erdbestattung auf dem Friedhof können Sie besondere Bestattungsformen, wie die See- oder die Naturbestattung in einem Ruheforst, für eine weltliche Beerdigung wählen. Ihr Bestattungsinstitut berät Sie gerne, welche Gestaltungsmöglichkeiten es für die Trauerfeier und die Beisetzung gibt.

 

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen