Trauerfeiern individuell gestalten

Meer aus brennenden Kerzen
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Der Verlust eines geliebten Menschen lässt die Hinterbliebenen traurig oder erleichtert, manchmal aber auch wütend oder verzweifelt zurück. Trauer kann viele Formen annehmen. Alle Gefühle, die wir als Menschen kennen, gehören dazu. Die Beerdigung ermöglicht den persönlichen Abschied. Sie ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Trauerarbeit. In einer Trauerfeier finden Angehörige und Freunde Trost. Doch welche Möglichkeiten haben Sie, Trauerfeiern individuell zu gestalten?

Rituale helfen, die Trauer zu verarbeiten

Im Wort „human“ steckt bereits das lateinische Wort „humare“, was „beerdigen“ bedeutet. Der Mensch bestattet die Toten und betrauert sie auch. Doch der Umgang mit dem Tod variiert von Kultur zu Kultur, Religion zu Religion und auch von Mensch zu Mensch. Mit Ritualen bringt der Mensch Klarheit in den von Ohnmacht und Chaos geprägten Prozess des Trauerns. Häufig hat der Verstorbene einen letzten Wunsch formuliert, der bei der Bestattung berücksichtigt wird.

Persönliche Wünsche zur Trauerfeier in Bestattungsverfügung festhalten

Wie der Verstorbene beigesetzt werden möchte, hat er womöglich bereits zu Lebzeiten in einer Bestattungsverfügung festgehalten. Um die Angehörigen beim Organisieren der Beerdigung zu entlasten, können in dieser Willenserklärung die eigenen Vorstellungen klar dargelegt werden – auch in Bezug darauf, eine Trauerfeier individuell zu gestalten.

In der notariell beglaubigten oder einfach selbst verfassten Verfügung kann beispielsweise festgehalten werden, ob man in einer Urne oder im Sarg beigesetzt werden möchte. Daneben können individuelle Wünsche, etwa zur Auswahl der Trauermusik und zum sonstigen Ablauf der Bestattung, aufgeschrieben werden.

Gibt es keine solche Verfügung, können die engsten Familienmitglieder dennoch eine individuelle Trauerfeier abhalten. Dabei ist es wichtig, die Persönlichkeit des Verstorbenen zu achten und zu würdigen.

Orte für die Trauerfeier

Die Trauerfeier findet in der Regel vor der Beerdigung statt. Während der Sarg oder die Urne in Deutschland auf einem Friedhof beigesetzt werden muss, kann die Trauerfeier auch außerhalb des Friedhofs stattfinden, zum Beispiel in einer Kapelle oder Kirche.

Häufig findet im Anschluss an die Beerdigung ein Leichenschmaus in einem nahegelegenen Lokal statt. Doch es spricht auch nichts dagegen, sich direkt nach der Bestattung zunächst etwas Ruhe und Abstand zu gönnen.

Ort der Trauerfeier schmücken

Der Ort, an dem die Trauerfeier stattfindet, wird durch Angehörige, meist in Absprache mit dem Bestattungsunternehmen, individuell gestaltet. Als Trauerschmuck bieten sich Blumenkränze, Kerzen und Bilder an. Zum Einzug und Auszug der Trauergäste wird häufig Trauermusik gespielt. Sie sollte stets zum Anlass und zur Person passen. Immer öfter werden dabei Lieblingslieder des Verstorbenen eingespielt.

Tipps zur Gestaltung der Trauerrede

Um dem Toten zu gedenken und bei Angehörigen und Freunden positive Erinnerungen zu wecken, wird auf Trauerfeiern häufig eine Rede gehalten. So können die Trauernden Abschied nehmen. Die Trauerrede bedarf jedoch eingehender Vorbereitung. Wer immer sie hält, sollte sich vorab über den Verstorbenen bei Familie und Freunden informieren.

Wann wird die Trauerrede gehalten?

Die Trauerrede wird meist im Zuge der Trauerfeier vor der Beisetzung gehalten. Bei einer Feuerbestattung entscheiden Sie selbst, ob die Trauerrede vor oder nach der Einäscherung gehalten werden soll.

Aufbau der Trauerrede

Die Rede ist meist zwischen fünf und zehn Minuten lang und lässt das Leben des Verstorbenen noch einmal Revue passieren. Zur Orientierung können Sie sich an folgenden Aufbau der Trauerrede halten:

  • Einleitung: Wie stehen Sie zum Verstorbenen in Beziehung?
  • Zu den Todesumständen: Ist der Mensch bspw. durch einen Unfall aus dem Leben gerissen worden oder nach langem Leben friedlich eingeschlafen?
  • An den Verstorbenen erinnern: Welche Erlebnisse und liebenswerte Eigenheiten verbinden Sie mit dem Verstorbenen?
  • Vermächtnis: Was bleibt? Gehen Sie auf Werte und Errungenschaften des Verstorbenen ein.
  • Aufruf zum gemeinsamen Abschiednehmen

Wer hält die Trauerrede?

Bei einer kirchlichen Beisetzung hält meist der Pfarrer oder ein anderer Geistlicher die Grabrede auf dem Friedhof, doch auch Familie und Freunde können mit persönlichen Erinnerungen dem Verstorbenen in einer Rede gedenken. Da das Halten einer Rede für die Hinterbliebenen häufig eine Doppelbelastung in dieser schwierigen Zeit darstellt, werden immer öfter auch professionelle Trauerredner engagiert.

Schlusswort zur Trauerfeier

Eine Trauerfeier individuell zu gestalten bedeutet eine würdevolle Abschiedszeremonie für Familie und Freunde. Daher sollten die Trauernden zusammenhalten, wenn es um die Gestaltung geht. Sammeln Sie vorab gemeinsam Ideen, wie Sie dem Verstorbenen gedenken können und erfragen Sie, ob jemand aus dem engsten Umkreis ein paar Worte an die Trauergemeinde richten möchte.

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen