Urnen und Urnengrab – Urnenarten, Kosten, Pflege, Bepflanzung

© Syda Productions / stock.adobe.com

Verstirbt ein geliebter Mensch, wird zunächst zwischen einer Erdbestattung und einer Feuerbestattung gewählt. Die Feuerbestattung wird auch als Urnenbestattung bezeichnet, in der Regel muss der Beisetzung in einer Urne die Einäscherung vorausgehen. Bei den Urnen und Urnengräbern, aber auch bei der Bestattung an sich, gibt es dann verschiedene Möglichkeiten, die nachfolgend übersichtlich dargestellt werden.

Urnenbestattungen und Urnengräber

Eine Urnenbestattung ist auf verschiedene Art und Weise möglich:

  • Bestattung der Urne auf einem Friedhof als Erdbestattung
  • Beisetzung der Urne in einer Urnenwand auf dem Friedhof
  • Bestattung in Form einer Baumbestattung oder Naturbestattung
  • Seebestattung

Auch bei den Urnengräbern gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Einzelgrab mit Grabstein oder Gedenktafel
  • Familiengrab mit Stein oder Tafel
  • Wiesengrab mit Grabplatte
  • anonyme Urnengräber
  • Urnengemeinschaftsgräber mit gemeinschaftlicher Gedenk- oder Grabplatte
  • Reihengräber mit Grabstein oder Gedenktafel

Die Urnenarten – Möglichkeiten und Materialien für Urnen

Kurz erläutert ist eine Urne ein Gefäß, in dem die Asche des Verstorbenen sicher verwahrt und beigesetzt werden kann. Dabei setzt sich die Urne meist aus einer Aschekapsel und der sogenannten Schmuckurne zusammen. Die Aschekapsel beinhaltet die eigentliche Asche und kann entweder allein oder in einer Schmuckurne als äußere Hülle beigesetzt werden. Je nach Art der Bestattung und individuellen Vorstellungen können die Angehörigen dann zwischen den verschiedenen Materialien und Möglichkeiten entscheiden. So gibt es z.B. für die Baum- oder Seebestattungen spezielle Bio-Urnen.

Die Aschekapsel

Viele Friedhöfe schreiben vor, dass sich auch die Aschekapsel sowie die Schmuckurne innerhalb der festgelegten Ruhezeiten zersetzen müssen. So gibt es Aschekapseln aus Keramik oder Eisenblech, da diese Materialien mit der Zeit abgebaut werden können. Aschekapseln aus Kunststoff oder Stahl hingegen zersetzen sich nicht während der Ruhezeiten, sodass viele Friedhöfe diese nicht zulassen, oder die Kapseln nach Ablauf der Ruhezeit gesondert entsorgt werden müssen.

Die Schmuckurne

Auch bei der Schmuckurne ist es sinnvoll, auf biologisch abbaubare Materialien zu setzen. Bei einer Erd- oder Naturbestattung ist das sogar Pflicht. So kommen hier Urnen aus Holz, Metall, Kunstharz oder Keramik zum Einsatz. Soll die Urne hingegen über der Erde, z.B. in einer Urnenwand beigesetzt werden, spielen biologisch abbaubare Materialien keine Rolle. Hier können dann auch Schmuckurnen aus Marmor oder Granit gewählt werden.

Wie teuer sind Urnen und Urnengräber?

Bei jeder Art der Feuerbestattung ist eine Urne ein Muss. Dabei muss es aber nicht unbedingt eine teure Schmuckurne sein, grundsätzlich ist auch die eigentliche Aschekapsel ausreichend. Diese ist ab rund 15 Euro erhältlich.

Die meisten Angehörigen entscheiden sich zusätzlich für die Schmuckurne, in die die Aschekapsel eingesetzt wird. Hier entscheiden Material, Ausfertigung, Verzierungen und individuelle Wünsche, welche Kosten für eine Schmuckurne anfallen können. Ab rund 25 Euro ist eine einfache Schmuckurne bereits erhältlich. Je nach Ausstattung und Gestaltung können allerdings auch mehrere hundert Euro anfallen. So kostet eine Urne aus hochwertigem Marmor mit Aufschrift und Verzierungen deutlich mehr als eine einfache Holz- oder Metallurne.

Urnengräber – Pflege und Bepflanzung

Wie sieht es mit der Pflege eines Urnengrabes aus? Und dürfen Urnengräber bepflanzt werden? Hier entscheidet die Art des Urnengrabes und auch der Bestattungsort ist ausschlaggebend.

Urnengrab als Einzelgrab

Wer sich bei einem Urnengrab für ein Einzelgrab auf einem Friedhof entscheidet, darf dieses Grab wie andere Erdgräber auch frei gestalten und bepflanzen. Meist sind Urnengräber etwas kleiner als normale Erdgräber, sodass Kosten und Zeitaufwand hier geringer ausfallen. Können sich die Angehörigen nicht selber um die Grabpflege kümmern, können sie Verwandte oder Bekannte darum bitten oder das entsprechende Friedhofspersonal bzw. die Gärtner damit beauftragen. Ähnlich verhält es sich mit den Reihengräbern oder Familiengräbern. Die Angehörigen sind sowohl bei den Einzelgräbern als auch bei den Reihengräbern für die Pflege verantwortlich, können aber Dritte damit beauftragen.

Urnengrab als Wiesengrab

Bei einem Wiesengrab wird die Urne einfach in der Wiese, z.B. auf einem Friedhof, beigesetzt. Eine dünne Steinplatte mit Namen und Todesjahr wird über die Grabstelle gelegt. Aus Gründen der einfacheren Pflege der Wiese ist es auf den meisten Friedhöfen untersagt, Blume und Grabschmuck auf oder neben dem Grab abzulegen. Viele Friedhöfe aber bieten hierzu spezielle Ablagestellen in der Nähe an, an denen Angehörigen dann Blumen und Dekorationen niederlegen können. Die Pflege der Wiese übernehmen in der Regel die Verantwortlichen des Friedhofs bzw. der Anlage, die Angehörigen zahlen zwar für das Grab, haben jedoch keine weiteren Verpflichtungen.

Anonyme Urnengräber

Wer sich für eine anonyme Urnenbeisetzung entscheidet, weiß nicht, wo der verstorbene Angehörige beigesetzt wird. Entsprechend können hier auch keine Blumen gepflanzt oder Grabschmuck abgelegt werden. Auch müssen die Angehörigen sich nicht um die Pflege der Grabstelle kümmern.

Urnengemeinschaftsgräber

Die Bepflanzung und Pflege von Urnengemeinschaftsgräbern wird individuell gestaltet: So gibt es Ruhestätten, die selbst die Pflege übernehmen, aber auch solche, die den Angehörigen die Möglichkeit bieten sich hier einzubringen. Da es sich aber um ein Gemeinschaftsgrab handelt, müssen in der Regel Absprachen getroffen werden. Da dies meist nur schwer möglich ist, ist es in der Praxis üblich, dass die Grabstellen öffentlich gepflegt und bepflanzt werden.

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen