Bestattung im Ausland

bestattung am meer

Bildquelle: Adobe Stock©Lars Gieger

Es gibt viele Gründe für eine Bestattung im Ausland. Wer beispielsweise nach Deutschland eingewandert ist, sucht die letzte Ruhe oft in der Heimat, um zu den eigenen Wurzeln zurückzukehren. Immer häufiger lassen aber auch Deutsche ihren Leichnam in ein anderes Land überführen. Entweder haben sie lange dort gelebt oder sind dorthin regelmäßig in den Urlaub gefahren. Jedenfalls haben sie eine besondere Verbindung zu diesem Land.

Eine Beerdigung im Ausland findet aber manchmal auch dann statt, wenn jemand im Urlaub verstirbt. Dabei gilt es die örtlichen gesetzlichen Vorschriften zu beachten. Bei einer Überführung ins Ausland müssen Sie zudem mit höheren Bestattungskosten rechnen.

Bestattungskosten bei der Beisetzung im Ausland

Eine Beerdigung außerhalb Deutschlands ist häufig mit höheren Kosten verbunden. Im Schnitt sind es etwa 4.000 Euro mehr im Vergleich zu einer herkömmlichen Beerdigung. Je nach Zielland können die Kosten aber auch darüber (z. B. Philippinen) oder darunter (z. B. Polen) liegen. Das liegt daran, dass neben dem Transport auch zahlreiche Dokumente organisiert werden müssen. In der Regel sind zudem zwei Bestatter nötig – einer im Inland, der den Leichnam für die Überführung vorbereitet, und einer im Ausland, der den Verstorbenen in Empfang nimmt und die eigentliche Bestattung vornimmt.

Worauf es bei der Bestattung im Ausland ankommt

Sofern möglich, sollten Sie eine Beerdigung im Ausland rechtzeitig organisieren. Am besten werden bereits Vorkehrungen zu Lebzeiten getroffen. So können Sie sich schon die Grabstätte auf dem Friedhof im Wunschland aussuchen und reservieren lassen. Der Grund: Der genaue Bestattungsort muss bereits bekannt sein, damit der Leichnam reibungslos überführt werden kann. Für den ordnungsgemäßen Transport sind mehrere Dokumente nötig, die Sie bei den zuständigen Ämtern vorab beantragen müssen. Dazu zählen:

  • Totenschein nach Leichenschau (Arzt, ca. 110–250 Euro)
  • Sterbeurkunde (Standesamt, ca. 10 Euro)
  • Leichenpass in amtlicher Übersetzung (Standesamt, ca. 20–120 Euro)

Einige Bestattungsinstitute haben bereits Erfahrungen mit der Überführung ins Ausland und unterstützen Sie kompetent und zuverlässig beim Beschaffen der Papiere.

Auslandsüberführung im Sarg

Am einfachsten ist die Überführung in der Urne. Die sterblichen Überreste werden dabei als Luftfracht oder Postpaket ins Zielland überführt. Soll der Verstorbene im Sarg im Ausland beigesetzt werden, sind spezielle Vorkehrungen zu treffen. Dafür wird der Leichnam in einem speziellen Sarg aus Zink oder in einem herkömmlichen Sarg mit Zinkeinsatz transportiert, der undurchlässig verlötet wird. Gegebenenfalls ist eine Vorrichtung für den Druckausgleich nötig. Der sogenannte Überführungssarg wird in einer hölzernen Flugkiste transportiert. Bei der Überführung im Sarg müssen Sie weitere Dokumente vorlegen:

  • Bescheinigung über die ordnungsgemäße Einsargung (Bestatter)
  • Einbalsamierungsbescheinigung (Bestatter)
  • Ärztliches Attest, dass vom Leichnam keine gesundheitliche Gefahr ausgeht (Krankenhaus, Gesundheitsamt oder Gerichtsmedizin)

In Ausnahmefällen, etwa wenn die Person eines nicht natürlichen Todes gestorben ist, muss eine Genehmigung von der Staatsanwaltschaft oder vom Amtsrichter eingeholt werden.

Bestattungsvorsorge

Wer im Ausland beerdigt werden möchte, sollte diesen letzten Wunsch mit den wichtigsten Informationen am besten zu Lebzeiten in einer Bestattungsverfügung festhalten. Um für die Angehörigen nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell vorzusorgen, können Sie zusätzlich eine Sterbegeldversicherung abschließen. Gegen Vorlage von Police und Sterbeurkunde erhalten die Hinterbliebenen das Sterbegeld.

Bei einem Todesfall im Urlaub trägt in vielen Fällen die Auslandskrankenversicherung die Kosten für die Überführung zurück ins Heimatland. Um optimal abgesichert zu sein, sollten Sie vor dem Abschluss aber das Kleingedruckte genau lesen: Ist die Rückführung im Versicherungsschutz inkludiert?

Fristen und gesetzliche Vorschriften

In den einzelnen deutschen Bundesländern gelten unterschiedliche Überführungsfristen direkt nach dem Tod. Sie bestimmen den Zeitraum, in dem der Verstorbene vom Sterbeort zu einer Kühlmöglichkeit überführt werden muss. Häufig führt der erste Weg zum Bestatter. Manchmal sind jedoch weitere Überführungsfahrten im Inland nötig, beispielsweise zum Krematorium.

Nach der Überführung des Leichnams ins Ausland gelten die gesetzlichen Bestattungsvorschriften des jeweiligen Landes. Für einheitliche Standards zum Leichentransport sorgt das Berliner bzw. das Straßburger Abkommen, beispielsweise mit Ägypten, Frankreich, Dänemark und Mexiko.

Juristisch gesehen ist immer der Ort entscheidend, wo sich der Verstorbene gerade befindet. Informieren Sie sich daher frühzeitig über die Bestattungsvorschriften im jeweiligen Land.

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Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen