Bestattungsfachkraft – Pflichten und Aufgaben

bestatter im gespraech mit hinterbliebenem Adobe Stock©Kzenon

Der Beruf des Bestatters gehört zu den ältesten der Welt. Hierzulande setzt sich der Bundesverband Deutscher Bestatter e. V. für die gesetzliche Regelung des Berufs ein und gestaltet außerdem die Ausbildung zur anerkannten Bestattungsfachkraft. Während der dreijährigen dualen Ausbildung werden den Azubis unter anderem Kenntnisse zur Erledigung der Formalitäten sowie zur hygienischen und kosmetischen Versorgung des Leichnams vermittelt. Besonderen Stellenwert besitzt zudem die Betreuung der Hinterbliebenen.

Ausbildung zur Bestattungsfachkraft: Die Voraussetzungen

Nach dem Verlust eines geliebten Menschen stehen die Hinterbliebenen mitunter unter Schock oder sind mit der Situation überfordert. Viele haben sich nie zuvor mit dem Tod auseinandergesetzt. Umso wichtiger ist es jetzt, dass sie kompetent, aber auch verständnisvoll und geduldig begleitet werden. Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist daher Taktgefühl und Einfühlungsvermögen. Gleichzeitig sollte der Bestattungsfachkraft die Trauer der Menschen, die zu ihr kommen, nicht zu nahegehen. Nur so kann den Trauernden eine professionelle Betreuung geboten werden.

Spezielle formale Beschränkungen, um mit der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft zu beginnen, gibt es nicht. Häufig sind gute Noten genauso wichtig wie soziale Kompetenz und Organisationstalent. Etwa die Hälfte der Menschen, die eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft machen, verfügen über einen Realschulabschluss. Ungefähr ein Drittel besitzen die Hochschulreife. Und rund ein Viertel der Ausbildungsanfänger haben einen Hauptschulabschluss. Neben der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft gibt es Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel zum Geprüften Bestatter oder Bestattermeister.

Berufsprofil: Was ein Bestatter macht

Bestatter sind für Hinterbliebene eine der ersten Anlaufstellen nach dem Tod eines Angehörigen. Zum Berufsbild der Bestattungsfachkraft gehört zunächst die umfassende Beratung rund um die Bestattungsformen. Dabei soll bestmöglich auf den Willen des Verstorbenen eingegangen werden.

Die Hinterbliebenen erhalten Informationen, aber auch hilfreiche Ratschläge. Erdbestattung oder Urnenbestattung? Manche Menschen halten diese Wünsche bereits zu Lebzeiten in einer Bestattungsverfügung fest. Das erleichtert oft auch, über weitere Gestaltungselemente der Beisetzung zu entscheiden, etwa rund um die Trauerfeier sowie den Sarg bzw. die Urne. Auf Wunsch hilft der Bestatter außerdem bei der Gestaltung des Nachrufs und hält sogar die Grabrede.

Bestatter übernehmen darüber hinaus die Überführung des Verstorbenen und leisten jede Menge organisatorische Arbeit. Sie organisieren die Bestattung und die Trauerfeier – den individuellen Wünschen gemäß – und erledigen die Formalitäten. Dazu gehört zum Beispiel auch das Abmelden des Verstorbenen bei der Krankenkasse. Die hygienische Versorgung des Verstorbenen sowie die Aufbahrung, mitsamt der kosmetischen Versorgung, sind weitere Aufgabengebiete.

Daran erkennen Sie einen seriösen Bestatter

Die Berufsbezeichnung „Bestatter“ ist gesetzlich nicht geschützt. Doch es gibt wichtige Qualitätsmerkmale für Seriosität, Gütesiegel etwa. Sie werden von unabhängigen Prüfstellen wie dem TÜV verliehen und auch der Bundesverband Deutscher Bestatter e. V. zertifiziert Bestattungsinstitute, die vorgegebenen Standards genügen. Neben qualifiziertem Personal gehört dazu auch eine transparente Preisgestaltung.

Ein seriöser Bestatter bietet eine eingehende Beratung vor der Bestattung an, bei der die verschiedenen Bestattungsformen vorgestellt werden – inklusive Kostentransparenz. Mit einem unverbindlichen Kostenvoranschlag haben Sie nach dem Gespräch eine genaue Vorstellung davon, was die Beerdigung kosten wird. Dabei geht der Bestatter auf individuelle Wünsche ein und kennt sich auch mit den Gepflogenheiten in den verschiedenen Religionen und Kulturen aus.

Immer mehr Bestatter stehen den Hinterbliebenen auch noch nach der Beisetzung zur Seite, indem sie Einzel- oder Gruppengespräche für die Trauerbewältigung anbieten. So ist der Job des Bestatters physisch wie psychisch anspruchsvoll, aber vor allem vielseitig.

 

Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen