Einen Trauerbrief aufsetzen

Füller und Blume liegen auf einem Trauerbrief
Bildquelle: Adobe Stock©Andreas Gruhl

 

Geteiltes Leid ist halbes Leid, heißt es im Volksmund. Nach dem Tod eines geliebten Menschen ist es wichtig, für die Hinterbliebenen da zu sein. Mit einem Trauerbrief drücken Sie Ihre Anteilnahme aus und bieten Unterstützung in dieser schwierigen Zeit an. Doch wie sollten man einen Trauerbrief verfassen?

 

Einen Trauerbrief an Hinterbliebene schreiben

Jeder, der dem Trauerhaus nahesteht, kann mit einem Kondolenzschreiben sein Beileid bekunden. Ob Sie sich für eine kurze Trauerkarte oder einen ausführlichen Trauerbrief entscheiden, hängt davon ab, wie eng Sie mit dem Verstorbenen verbunden waren und wie gut Sie die Trauerfamilie kennen.

Bedenken Sie, dass in jedem Fall die Trauernden und nicht Sie selbst im Mittelpunkt des Trauerbriefs stehen sollten. Bringen Sie die eigene Betroffenheit zurückhaltend, aber stets auf persönliche Weise zum Ausdruck. Wenn Sie den Trauernden besonders nahestehen, ist es häufig ratsam, persönlich zu kondolieren. Ein Anruf oder ein Besuch zeigt der Familie, dass Sie ihr in dieser schmerzlichen Zeit beistehen. Wenn Sie sich für den Briefweg entscheiden, sollte der Trauerbrief handgeschrieben sein. Ist es Ihnen hingegen lieber, einen Text am Computer zu schreiben, fügen Sie für eine persönliche Note die Anrede und Schlussformel handschriftlich ein.

 

Den richtigen Zeitpunkt für den Trauerbrief wählen

Warten Sie mit dem Versenden der Trauerpost nicht zu lange. Nachdem Sie vom Todesfall erfahren haben, sollten Sie zeitnah mit dem Schreiben des Trauerbriefs beginnen und ihn am besten noch vor der Trauerfeier absenden. Für die Hinterbliebenen sind der Zuspruch und das Mitgefühl in dieser Phase besonders heilsam. Ein später erhaltener Trauerbrief kann mehr aufwühlen als tröstlich wirken und die Trauerbewältigung sogar behindern.

 

Anteilnahme zum Ausdruck bringen, aber wie?

Oft fehlen die Worte, wenn ein geliebter Mensch verstorben ist. Der Verlustschmerz kann auf die Hinterbliebenen nahezu lähmend wirken. Doch auch die Kondolierenden tun sich schwer, ihr Mitgefühl und Beileid in Worte zu fassen. Am schwierigsten ist es, den passenden Anfang für den Trauerbrief zu finden. Lassen Sie sich daher von bewährten Formulierungen inspirieren und wählen Sie eine Anrede, die zu Ihnen persönlich passt.

Liebe/r …,
Liebe Familie …,

  • … die Nachricht vom Tod Ihrer/Ihres … hat mich schwer getroffen.
  • … wir haben vom Tod Ihrer/Ihres geliebten … erfahren und möchten Ihnen unser tiefes Mitgefühl ausdrücken.
  • … leider ist heute ein sehr trauriger Anlass, dass ich Ihnen diese Zeilen schreibe.
  • … es ist nicht einfach, passende und tröstende Worte zu finden.

Schreiben Sie den Trauerbrief stets vor, bevor Sie ihn auf Briefpapier oder eine Trauerkarte übertragen. Nehmen Sie sich Zeit, verschiedene Anfänge auszuprobieren. Lesen Sie das Geschriebene ruhig laut vor, um die Formulierungen auf sich wirken zu lassen. So merken Sie am ehesten, wie sich der Inhalt für den Empfänger anhören wird. Abgedroschene Phrasen fallen beim Lautlesen sofort auf. Schreiben Sie im Zweifelsfall lieber weniger als mehr, aber bleiben Sie ehrlich. Versuchen Sie eigene Worte für das zu finden, was sie von Herzen fühlen.

 

Unterstützung im Trauerbrief anbieten

Im Trauerbrief ist Platz für persönliche Erinnerungen an den Verstorbenen sowie Ihre aufrichtige Anteilnahme. Sie können das Geschriebene mit Trauersprüchen, eigenen Gedichten und auch Fotos ausschmücken. Wenn Sie in der Nähe wohnen oder bereit sind, die Reise auf sich zu nehmen, können Sie den Trauernden darüber hinaus Unterstützung im Alltag anbieten. Insbesondere verwitwete Personen, die den Trauerschmerz sonst allein bewältigen müssten, werden diese Geste zu schätzen wissen und bei Bedarf auf das Angebot zurückkommen.

 

Einen positiven Abschluss für den Trauerbrief finden

Selbst wenn der Anlass für ein Kondolenzschreiben traurig ist, sollten Sie zum Abschluss aufbauende Worte finden. Wünschen Sie den Hinterbliebenen viel Kraft und alles Gute für die nächste Zeit, um einen positiven Ausblick in die Zukunft zu geben. Verzichten Sie unbedingt auf Floskeln wie „Das Leben geht weiter“. Suchen Sie stattdessen nach tröstlichen Trauersprüchen oder führen Sie ein treffendes Zitat an, am besten von einer berühmten Persönlichkeit, die der Verstorbene selbst geschätzt hat.

Beenden Sie den Trauerbrief mit einer herzlichen Grußformel wie:

  • Mit tiefem Mitgefühl …
  • In freundschaftlicher Verbundenheit …
  • In herzlicher Anteilnahme …
  • In Gedanken bei Dir …
Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen