Organspendeausweis – Selbstbestimmt entscheiden


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Über neuntausend Menschen warten jährlich auf ein Spenderorgan in Deutschland. Weitaus mehr entziehen sich einer Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema. Doch was soll mit Ihren Organen nach dem Tod geschehen? Mit einem Organspendeausweis schaffen Sie Klarheit. Sollte Ihnen einmal etwas zustoßen, nehmen Sie Ihren Angehörigen die schwierige Aufgabe ab, sich in Ihrem Namen für oder gegen eine Organ- oder Gewebespende zu entscheiden.

Dabei bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie der Organspende uneingeschränkt zustimmen, sie ganz ablehnen oder nur bestimmte Organe und Gewebe zur Transplantation nach Ihrem Tod freigeben. Mit einem ausgefüllten Organspendeausweis dokumentieren Sie Ihre Entscheidung rechtskräftig.

 

Gründe für einen Organspendeausweis

Neben dem Organspendeausweis enthält häufig das Testament Hinweise dazu, wie mit dem Körper des Verstorbenen umgegangen werden soll. Die Eröffnung des Testaments erfolgt allerdings erst dann, wenn es für eine Organspende bereits zu spät ist. Wer seine Angehörigen entlasten möchte, formuliert seine Entscheidung daher deutlich zu Lebzeiten. Organspende ja oder nein? Das entscheiden Sie selbst!

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) händigt pro Jahr mehr als eine Million Organspendeausweise aus. Den Organspendeausweis erhalten Sie außerdem bei Ihrer Krankenkasse, in vielen Arztpraxen und Apotheken. Sie können den Ausweis im Scheckkartenformat zum Selbstausfüllen aber auch online bestellen.

Bereits ab dem 14. Lebensjahr haben Sie die Möglichkeit, einer Organ- oder Gewebespende zu widersprechen. Ab dem 16. Lebensjahr können Sie selbst verfügen: Stimmen Sie der Organ- oder Gewebespende zu oder nicht?

 

Informationen ausfüllen: Das gehört in den Organspendeausweis

Auf der Vorderseite des Organspendeausweises tragen Sie Ihre personenbezogenen Daten ein, sodass die Spendekarte eindeutig Ihnen zugewiesen werden kann.

  • Vor- und Nachname
  • Geburtsdatum
  • Wohnanschrift

Auf der Rückseite stehen fünf Möglichkeiten zur Auswahl. Durch Ankreuzen entscheiden Sie sich für eine der folgenden Optionen:

  • Uneingeschränkte Zustimmung: Nach dem Tod dürfen Organe und Gewebe zur Transplantation entnommen werden.
  • Eingeschränkte Zustimmung a): Legen Sie fest, welche Organe bzw. Gewebe zur Transplantation nach dem Tod entnommen werden dürfen.
  • Eingeschränkte Zustimmung b): Schließen Sie einzelne Organe oder Gewebe von der Entnahme nach dem Tod aus.
  • Widerspruch: Sie schließen die Entnahme von Organen oder Gewebe nach Ihrem Tod aus.
  • Vertrauensperson bestimmen: Hiermit übertragen Sie die Entscheidung auf eine andere Person.

 

Transplantierbare Organe und Gewebe: Was können Sie spenden?

Mit dem Organspendeausweis bestimmen Sie, welche der folgenden Organe Sie gegebenenfalls für eine Transplantation zur Verfügung stellen möchten:

  • Herz
  • Lunge
  • Leber
  • Nieren
  • Bauchspeicheldrüse
  • Darm

Darüber hinaus können Sie bestimmte Gewebe spenden. Die Hornhaut eines Auges kann zum Beispiel Menschen wieder zum Sehen verhelfen. Wenn Sie den gesamten Körper der medizinischen Forschung überlassen möchten, muss dieser Wunsch klar in einem separaten Schreiben formuliert und von Ihnen unterschrieben werden.

 

Statt Organspendeausweis: Mit Patientenverfügung Klarheit schaffen

Der Organspendeausweis ist nur eine Möglichkeit, Ihren Entschluss zum Ausdruck zu bringen. Er hat sich bewährt, da Sie ihn einfach in der Geldbörse mit anderen persönlichen Dokumenten, wie dem Personalausweis, aufbewahren können. Nach einem Unfall wird hier zuerst nachgesehen, um Sie zu identifizieren und Ihre Angehörigen zu informieren. Die Karte ist rechtlich verbindlich gültig, sobald Sie den Organspendeausweis ausgefüllt und unterschrieben haben. Es handelt sich dennoch nicht um kein amtliches Formular.

Theoretisch können Sie Ihren Wunsch, einzelne, alle oder gar keine Organe und Gewebe zu spenden, auch formlos auf einem Blatt Papier festhalten. Ihr klar formulierter Entschluss und Ihre Unterschrift machen das Papier rechtskräftig. In unserem Portal finden Sie eine Vorlage zum Erstellen einer Patientenverfügung.

 

Werden meine Daten gespeichert?

Der Organspendeausweis ist ein rechtlich gültiges Dokument, das sicherstellt, dass Ihrem Willen entsprochen wird. Wie Sie sich entscheiden, wird jedoch nirgends gespeichert. Erst im Falle einer Transplantation, werden die medizinisch relevanten Daten an das Transplantationsregister übermittelt. Personenbezogene Daten wie Name und Adresse werden nicht weitergegeben. Ob es sich um transplantierbares Gewebe oder geeignete Organe handelt, hängt nicht vom Alter, sondern vom Zustand der Organe ab. Vor einer möglichen Transplantation werden die Organe oder das Gewebe eingehend untersucht. Sie müssen sich daher nicht vorher ärztlich untersuchen lassen, um den Organspendeausweis auszufüllen.

Sie können sich jederzeit umentscheiden. Beantragen Sie einfach einen neuen Ausweis, füllen Sie ihn aus und entsorgen Sie das alte Dokument.

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