Ein Testament schreiben



Das eigene Testament zu schreiben, ist alles andere als leicht und bedarf meist einige Überwindung. Umso wichtiger ist es, die richtigen Vorkehrungen zu treffen: Wie muss ein Testament aussehen? Welche Inhalte sind wichtig? Was muss, darf oder kann in einem Testament stehen? Dieser Artikel versucht Ihre Fragen rundum das Thema Testament kurz und verständlich zu beantworten.

Der Entschluss, das eigene Testament zu verfassen, ist oft mit vielen Überlegungen und Befürchtungen verbunden – setzt man sich doch bewusst und sehr intensiv mit seiner eigenen Sterblichkeit auseinander. Dabei betrifft dies gesunde und kranke, jüngere und ältere Menschen gleichermaßen. Aber wie genau muss ein Testament geschrieben und verfasst werden? Hier geht es um weit mehr als den bloßen Inhalt über Erbe und Erbfolge. Auch Form, Datierung, Aufbewahrung und Hinterlegung sind wichtige Themen, um das Testament rechtlich abzusichern.

 

Bevor das Testament geschrieben wird – wichtige Überlegungen


Ein Testament soll regeln, wer im Todesfall, unter welchen Voraussetzungen, was und wie viel erbt. Sofern kein Testament vorliegt, greift die gesetzliche Erbfolge. Wer also überlegt sein Testament zu verfassen, sollte zunächst überlegen, welche Punkte und Fakten rund um Erbe und Erbfolge wichtig sind. Folgende Aspekte sollten in jedem Fall in die Überlegungen miteinbezogen werden:

  • Um welches Vermögen handelt es sich, was soll vererbt werden?
  • Wie groß ist das Vermögen, wurde alles bedacht?
  • Wer soll was und wie viel erben?
  • Soll es Bedingungen oder Voraussetzungen für bestimmte Erben geben?
  • Wer soll keinesfalls etwas erhalten?
  • Wie soll verfahren werden, wenn eine genannte Person vorab verstirbt? Gibt es Ersatzerben?
  • Gibt es Personen, die besonders bedacht und abgesichert werden sollen oder müssen?
  • Soll es vorübergehende Erben geben?
  • Wie sieht es bei den potenziellen Erben steuerlich aus?
  • Soll ein Testamentsvollstrecker/Erbverwalter bestimmt werden?

Stehen diese Punkte fest, muss das Augenmerk zunächst auf die gesetzliche Erbfolge gerichtet werden. Wie würde das Ganze ohne Testament aussehen und verlaufen? Ist ein Testament überhaupt nötig oder regelt es die gesetzliche Erbfolge ganz im Sinne der jeweiligen Person? Muss das Testament sehr ausführlich ausfallen oder reicht eine kürzere Fassung aus?

 

Die richtige Form des Testaments


Testament ist nicht gleich Testament. Entscheidend ist, dass ein Testament nur handschriftlich seine Gültigkeit hat. Wird ein Testament mit dem PC oder einer Schreibmaschine geschrieben, hat es keine Gültigkeit – auch dann nicht, wenn es von Hand unterschrieben wurde. Eine weitere Möglichkeit ist das Aufsetzen eines Testaments beim Notar.

Die Unterschrift unter dem Testamentstext ist ebenfalls ein Muss. Der Verfasser sollte sein Testament immer mit vollem Namen unterschreiben, damit die Unterschrift im Nachhinein nicht in Frage gestellt werden kann.

 

Ortsangabe und Datierung des Testaments


Laut Gesetz ist es nicht erforderlich, ein Testament zu datieren. Dennoch können Orts- und Datumsangabe von enormer Wichtigkeit sein. Sind mehrere Testamente von einer Person vorhanden, entscheidet die Datierung, welches Testament gültig ist. Ohne Datum kann sich solch eine Situation schwierig gestalten.

Nichtsdestotrotz ist ein Testament auch ohne Orts- und Datumsangabe gültig, solange es handschriftlich verfasst und unterschrieben wurde.

 

Inhalt des Testaments – was in einem Testament stehen sollte und muss!



  • Die Überschrift „Testament“ ist ein Muss.
  • Ebenfalls sehr wichtig ist eine kurze Einleitung, aus der klar hervorgeht, wer seinen letzten Willen verfassen möchte. Die Einleitung könnte wie folgt aussehen: „Ich, Frau Muster, geb. am 01.02.1926, möchte meinen letzten Willen wie folgt festlegen...“.
  • Sinnvoll ist es, bereits vorhandene Testamente außer Kraft zu setzen.
  • Es muss klar hervorgehen, wer, was und zu welchen Anteilen erben soll, unter welchen Bedingungen und ob es Ersatzerben gibt.
  • Die Vermächtnisse sollten einzeln dargelegt werden, so zum Beispiel: „Mein Onkel Bruno Muster soll mein Auto XYZ bekommen.“
  • Hilfreich ist es außerdem, eventuelle Hintergründe darzulegen, warum, wie entschieden wurde.
  • Zwingend namentlich genannt werden muss ein gewünschter Testamentsvollstrecker.


  • Worte, Wortlaut und Gestaltung liegen in der Hand des Verfassers. Im Internet gibt es zahlreiche Vorlagen, die das Verfassen eines Testaments erleichtern können. Bei Unsicherheit kann ein Notar zu Rate gezogen werden.

     

    Hinterlegung und Aufbewahrung des Testaments


    Empfehlenswert ist es, eine Kopie des Testaments in den eigenen Unterlagen aufzubewahren. Leider kommt es nicht selten vor, dass im Todesfall das Testament trotz alledem nicht mehr auffindbar ist. So kann es Sinn machen, das Original-Testament beim zuständigen Amtsgericht bzw. Nachlassgericht gegen eine geringe Gebühr unbefristet zu hinterlegen. Das Testament in einem Schließfach bei der Hausbank zu hinterlegen, ist dabei wenig von Vorteil. Bis im Todesfall die Erbfolge geklärt ist, dürfen unbefugte Angehörige das Schließfach nicht öffnen.

     

    Gemeinschaftliches Testament von Ehepaaren


    Es kann vorkommen, dass ein Ehepaar sein Testament gemeinschaftlich verfassen will. Hier reicht es aus, wenn ein Partner das Testament verfasst und unterschreibt. Der andere Partner bestätigt mit einem entsprechenden Satz und seiner eigenen Unterschrift, dass die verfassten Punkte auch sein letzter Wille sind.

     

    Bildquelle: Adobe Stock©antic

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