Eine Sterbeurkunde anfordern und beantragen



Verstirbt ein geliebter Mensch, hinterlässt dies viel Trauer und eine große Lücke. Gleichzeitig müssen Angehörige vielen Pflichten nachkommen. So ist beispielsweise bis spätestens zum 3. Werktag nach dem Tod eine sogenannte Sterbeurkunde zu beantragen. Wozu diese Urkunde dient, wie und wo sie beantragt werden kann und was darüber hinaus noch wichtig ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Was ist eine Sterbeurkunde?


Eine Sterbeurkunde fällt unter die Kategorie der Personenstandurkunde, zu der auch die Geburts- und Heiratsurkunde zählen. Die Sterbeurkunde stellt einen wichtigen Nachweis für die Identifikation des Verstorbenen dar. Des Weiteren ist sie bedeutsam für Themen wie Besitzansprüche, Nachlass und Erbschein.

Die Beantragung einer Sterbeurkunde ist unerlässlich. Ohne dieses obligatorische Dokument kann ein Verstorbener nicht bestattet werden. Ausgestellt werden kann sie, sobald der Tote im Sterberegister eingetragen wurde.

 

Wo und wie kann eine Sterbeurkunde beantragt werden?


Die Sterbeurkunde muss immer beim zuständigen Standesamt beantragt werden. Grundsätzlich kann eine Sterbeurkunde persönlich, schriftlich oder online in Auftrag gegeben werden.

 

Wer darf und wer muss eine Sterbeurkunde beantragen?


Wer mindestens 16 Jahre alt ist, ist rein rechtlich dazu berechtigt, eine Sterbeurkunde zu beantragen. Allerdings muss ein entsprechendes Verhältnis zum Verstorbenen bestehen. Grundsätzlich dürfen folgende Personen und Personengruppen eine Sterbeurkunde beantragen:

  • Ehefrau bzw. Ehemann
  • Partnerin bzw. Partner
  • Kinder
  • Enkelkinder

Zum einen gibt es Personen, die eine Sterbeurkunde beantragen „dürfen“, zum anderen jedoch auch diejenigen, die eine Sterbeurkunde beantragen „müssen“. Hierfür gibt es eine festgelegte Reihenfolge, in der Angehörige nicht nur das Recht haben, dieses Dokument zu beantragen, sondern unter bestimmten Rahmenbedingungen eben auch die Pflicht. Diese Reihenfolge sieht wie folgt aus:

→ Der derzeitige Ehe- bzw. Lebenspartner → Vorfahren/Nachfahren der verstorbenen Person, d. h. Eltern und Kinder → Geschwister des Verstorbene → Im Haushalt mitlebende Personen → Weitere Personen, die vom Tod erfahren haben → Angestellte von Krankenhäusern und Heimen.

 

Welche Unterlagen sind für die Sterbeurkunden-Beantragung erforderlich?


Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, da die einzureichenden Unterlagen abhängig von der Lebenssituation bzw. dem Familienstand des Verstorbenen sind.

Grundsätzlich erfordert die Beantragung einer Sterbeurkunde den Personalausweis und die Geburtsurkunde der verstorbenen Person. War die Person verheiratet und nicht ledig, muss darüber hinaus die Heiratsurkunde eingereicht werden. Bei einer vorangegangenen Scheidung muss hingegen die Scheidungsurkunde vorgelegt werden. Bei verwitweten Personen wird zusätzlich die Sterbeurkunde des Partners verlangt.

Neben dem Familienstand ist die Art des Sterbefalls entscheidend dafür, welche Unterlagen für die Ausstellung einer Sterbeurkunde benötigt werden. Hier kann zwischen einem Sterbefall im Krankenhaus, einem häuslichen Sterbefall sowie einem Kripo-Sterbefall unterschieden werden. Bei einem Kripo-Sterbefall ist beispielsweise ein Freigabeschein, im Rahmen eines Krankenhaus-Sterbefalls eine Sterbefallurkunde des Krankenhauses beizulegen.

 

Wozu und von wem wird eine Sterbeurkunde verlangt?


Es gibt viele Ämter, Stellen und Institutionen, die die Vorlage einer Sterbeurkunde verlangen. Hier macht es Sinn, sich im Vorfeld zu informieren, wer eine Sterbeurkunde benötigt, ob es ein Original sein muss oder ob eine Kopie ausreichend ist. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie viele Sterbeurkunden benötigt werden. Verlangt werden Sterbeurkunden in der Regel von:

  • Bestattungsinstitut
  • Krankenkasse
  • Rentenkasse
  • Sozialamt
  • Versicherungen
  • Banken und Kreditinstituten
  • Anbietern von Verträgen, die einer Kündigung bedürfen

Bei der Ausstellung eines Erbscheins wird eine Sterbeurkunde ebenfalls benötigt.

 

Welche Kosten fallen für eine Sterbeurkunde an?


Die Höhe der Kosten kann variieren. Hier kommt es darauf an, wie viele Ausführungen der Sterbeurkunde benötigt werden und für wen diese sein sollen. Grundsätzlich sind die Exemplare für Kranken- und Rentenkasse, Sozialamt und den Bestatter kostenlos. Zudem verlangen einige Stellen nur eine Kopie, sodass hier geringere Kosten anfallen.

Je nach Bundesland variieren die Kosten für ein gebührenpflichtiges Original. In der Regel kostet das erste Exemplar zwischen 10,00 und 14,00 Euro, jedes weitere Exemplar rund 5,00 Euro. 

 

Bildquelle: Adobe Stock©JohnKwan

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