Grabarten – welches Grab ist das Richtige?



Ob Erd- oder Feuerbestattung: Der Sarg oder die Urne werden meist in einem Grab beerdigt. Auch wenn es heute immer mehr moderne Möglichkeiten gibt, bleiben viele Menschen bei der Wahl einer passenden Grabstätte dennoch bei den traditionellen Grabarten. Aber welche Grabarten gibt es überhaupt? Und welche Grabart ist die individuell passende?

Bestattungsarten im Überblick


Bevor Sie sich mit den einzelnen Grabarten auseinandersetzen, ist es wichtig, sich zunächst mit den verschiedenen Bestattungsarten zu befassen. Vielleicht hat der Verstorbene noch zu Lebzeiten entsprechende Wünsche geäußert? Wenn nicht, liegt die Entscheidung bei den Angehörigen.

Grundsätzlich wird zwischen einer Erdbestattung und einer Feuerbestattung unterschieden. Wird der Verstorbene in einem Sarg beigesetzt, handelt es sich um eine Erdbestattung. Immer mehr Menschen wünschen sich jedoch eine Feuerbestattung – umgangssprachlich oft auch als Urnenbestattung bezeichnet, da die Asche in der Regel anschließend in einer Urne beigesetzt wird. Für die Beisetzung einer Urne gibt es dann verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise ein Urnengrab oder eine Baumbestattung.

Welche Grabarten gibt es?


Je nach Wohnort und Friedhof gibt es verschiedene Bestattungsmöglichkeiten und Grabformen. Die nachfolgende Auflistung bietet Ihnen einen kurzen Überblick über die einzelnen Grabarten:

  • Erdgrab: Bei einem Erdgrab wird der Verstorbene in einem Sarg in der Erde bestattet. Bei den Erdgräber unterscheidet man zwischen Einzelgräbern sowie zwischen Wahlgräbern und Reihengräbern.
  • Wahlgrab: Hier handelt es sich um ein Erdgrab, in dem bis zu vier Personen gleichzeitig beerdigt werden können. Daher wird diese Grabart oft auch als Familiengrab bezeichnet. Der Platz ist frei wählbar, die Grabstelle kann individuell gestaltet und die Liegezeit verlängert werden.
  • Reihengrab: Das Reihengrab ist die einfachste Grabart. Sein Platz ist nicht frei wählbar, auch kann immer nur eine Person in diesem Grab beigesetzt werden. Bezüglich der Gestaltung kann es Bestimmungen und Einschränkungen geben, die Liegezeit ist nicht verlängerbar.
  • Urnengrab: Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Feuerbestattung, anschließend wird dann meist die Urne beigesetzt. Die Beisetzung findet in einem Urnengrab statt. Neben den normalen Urnengräbern gibt es hier auch anonyme und teilanonyme Gräber.
  • Anonymes Grab: Hat es sich der Verstorbene so gewünscht, kann eine Urne auch anonym bestattet werden. Bei einem anonymen Grab teilt der Friedhof einen freien Platz zu, die Grabstelle wird nicht gekennzeichnet. Die Urne kann zudem in einer gemeinschaftlichen Urnenstätte beigesetzt werden.
  • Halbanonymes Grab: Bei einem halbanonymen Grab werden die einzelnen Urnenstätten ebenfalls nicht gekennzeichnet, es gibt jedoch eine gemeinschaftliche Gedenktafel, auf der die Namen der Verstorbenen aufgelistet werden.

Alternativen zu klassischen Grabarten


Neben der traditionellen Bestattung in Reihengräbern, Wahlgräbern und Urnengräbern können Sie als Angehöriger den Verstorbenen auf vielen Friedhöfen inzwischen auch alternativ, beispielsweise in der Natur, bestatten lassen:

  • Baumgrab: Ein Baumgrab ist eine weitere Unterart eines Urnengrabes – hier wird die Urne an den Wurzeln eines Baues beigesetzt. Das kann sowohl anonym als auch mit namentlicher Kennzeichnung erfolgen.
  • Wiesengrab: Bei dieser Grabform werden der Sarg oder auch die Urne einfach auf einer großen Wiese in einem gesonderten Bereich des Friedhofs begraben; eine Gedenkplatte kennzeichnet die Grabstelle.
  • Seebestattung: Hier erfolgt zunächst die Einäscherung des Verstorbenen. Es gibt jedoch keine echte Grabstelle – die Asche wird in einer wasserlöslichen Urne auf See beigesetzt, im Beisein der Angehörigen oder ganz still ohne eine Trauerfeier.
  • Gruft: Als Gruft bezeichnet man eine gemauerte Grabanlage, in der mehrere Särge oder Urnen beigesetzt werden können – sowohl überirdisch als auch unterirdisch. Nicht selten gibt es Familiengruften.
  • Kolumbarium: Umgangssprachlich oft auch als Urnenwand bezeichnet, ist das Kolumbarium ein Raum oder auch ein Gebäude mit kleinen Nischen in den Wänden – pro freier Nische kann je eine Urne beigesetzt werden

So treffen Sie als Angehöriger die richtige Wahl


Hat der Verstorbene keine Wünsche bezüglich der Bestattungs- und Grabform geäußert oder entsprechende Vorkehrungen getroffen, müssen die Angehörigen über die Grabart entscheiden. Nicht immer eine leichte Entscheidung: Wie entscheiden Sie sich richtig, welche Aspekte sollten beachtet werden? Folgende Punkte sollten in jedem Fall in Ihre Überlegungen einfließen:

  • Welche Kosten fallen für die jeweiligen Grabarten an?
  • Welche Grabarten werden auf dem heimischen Friedhof angeboten?
  • Muss das Grab gepflegt werden bzw. gibt es die Möglichkeit dazu?
  • Wie lange ist die Nutzungs- bzw. Liegedauer?
  • Wie groß ist die Grabstelle?
  • Kann die Stelle frei ausgewählt werden?
  • Welche Bestattungsart wird gewünscht?

Die Wahl der Grabart ist eine individuelle Entscheidung. Berücksichtigt werden sollte jedoch, welche Möglichkeiten es heimatnah gibt, und wie teuer Grab und Bestattung werden dürfen. Ein Reihengrab beispielsweise ist deutlich günstiger als ein Wahlgrab, ein anonymes Grab bringt weniger Kosten mit sich als ein personalisiertes Urnengrab. Das beauftragte Bestattungsunternehmen kann die Angehörigen hier ausführlich beraten und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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