Trauerkleidung: Der richtige Dresscode für die Beerdigung

 



Bildquelle: Adobe Stock©Rawpixel.com

Während der Trauerfeier und am Tag der Beisetzung erweisen Sie dem Verstorbenen die letzte Ehre. Die Kleidung für diesen würdigen Anlass sollten Sie daher mit Bedacht wählen. Trotzdem müssen Sie nicht unbedingt schwarze Trauerkleidung tragen. Ein dezentes Erscheinungsbild ist dennoch empfehlenswert. Erfahren Sie, worauf es beim Dresscode für die Bestattung ankommt.

Angemessene Kleidung für Trauerfeier und Bestattung


Hinterbliebene und Trauergäste sind oft unsicher, welche Kleidung zum traurigen Anlass der Beerdigung passt. Grundsätzlich empfehlen sich förmliche, nicht zu festliche Kleidungsstücke.

Trauerkleidung für Damen


Damen sollten auf tiefe Ausschnitte und allzu figurbetonte Schnitte verzichten. Auffällige Muster sowie grelle Farben können von anderen Trauergästen sowie den Hinterbliebenen als Affront wahrgenommen werden. Das Gleiche gilt für blitzenden Schmuck sowie starkes Make-up. Das Credo für die Trauerfeier lautet: Weniger ist mehr.

Schwarz ist dennoch keine Pflicht. Bekleidung in Anthrazit oder Grau, in einem dunklen Blau oder dezenten Erdtönen ist dem Anlass genauso angemessen, sofern nicht ausdrücklich auf einen anderen Dresscode in der Einladung hingewiesen wurde.

Ein klassisches Etuikleid, das über die Knie reicht, lässt sich beispielsweise gut mit einem dunklen Blazer kombinieren. Dazu passen Schuhe in gedeckten Farben mit flachem Absatz. Doch auch die Kombination Rock mit Bluse ist durchaus gestattet. Alternativ können Sie zu einer dunklen Stoffhose mit Bluse greifen. So finden Sie bestimmt ein passendes Outfit, in dem Sie sich wohlfühlen.

Neben Dekolleté und Knie sollten auch die Schultern bedeckt sein. Ärmellose Kleidungsstücke sollten Sie während einer Bestattung daher stets in Kombination mit einem Blazer tragen. Vor allem in der gehobenen Gesellschaft ist zudem ein Hut auf der Beerdigung noch immer üblich. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Kopfschmuck zur Trauerfeier getragen werden soll, erkundigen Sie sich am besten bei der Familie des Verstorbenen.

Tipp: Findet die Beerdigung in den Sommermonaten statt, achten Sie auf luftdurchlässige, leichte Materialien wie reine Baumwolle, Leinen, Viskose oder Seide, damit es unter dem Blazer nicht zu warm wird.

Was Herren zur Beerdigung tragen


Männer haben es bei der Wahl des passenden Outfits für die Beisetzung oft leichter als Frauen. Denn ein klassischer Anzug ist in nahezu jedem Kleiderschrank vorhanden. Wenn Sie keinen schwarzen Anzug haben, sind auch Stoffhose und Sakko in dunklem Blau oder Grau angemessen. Zusammen mit einem weißen Hemd und einer dezenten dunklen Krawatte sorgen Sie für einen würdigen Auftritt. Dunkle Schuhe nicht vergessen!

Welche Trauerkleidung angemessen ist, hat sich über die Jahre stark verändert. So ist auch das Tragen von einer schwarzen Jeans auf der Trauerfeier heute nicht unbedingt ein No-Go – vor allem wenn sie mit einem weißen Hemd und dunklem Sakko kombiniert wird. Im Zweifelsfall sollten Sie dennoch bei der Familie des Verstorbenen nachfragen.

Hinweis: Auf auffällige Accessoires wie glänzende Uhren oder hervorblitzende Ketten sollten Sie aber – genau wie die Damen – verzichten.

Müssen Kinder zur Beerdigung Schwarz tragen?


Inzwischen ist es nicht mehr üblich, extra für die Beerdigung schwarze Bekleidung für Kinder zu kaufen, zumal die Kleinen den förmlichen Outfits meist schnell entwachsen. Auf knallige Farben und bunte Muster sollten Sie jedoch verzichten. Wählen Sie stattdessen gepflegte Alltagskleidung in Naturtönen wie Grün oder Braun. Auch ein dunkles Blau kleidet Kinder angemessen für die Beerdigung.

Schwarz ist nicht überall Farbe der Trauer


Schwarz steht nicht nur für die Nacht, sondern symbolisiert auch den Tod. Die Farbe gilt zudem als besonders edel und ist daher auch in der Modewelt beliebt. Früher galten dunklen Farbpigmente in Kleidung als besonders kostbar. Oft trugen daher ausschließlich Adlige und Geistliche Farben wie Violett oder Schwarz.

In Europa und Nordamerika, die christlich geprägt sind, gilt Schwarz spätestens seit dem 19. Jahrhundert als Trauerfarbe, doch das ist längst nicht überall so. Buddhisten und Muslime tragen beispielsweise weiße Kleidung im Trauerfall. Und wenn Sie zu einem jüdischen Begräbnis gehen, sollten Sie, auch wenn es keine typische Trauerfarbe gibt, als Herr in jedem Fall an eine Kopfbedeckung denken.

Einige Menschen entscheiden sich, unabhängig vom religiösen Bekenntnis, bereits zu Lebzeiten für eine alternative Trauerfeier und Beerdigung. Das spiegelt sich auch im Dresscode wider: Statt klassischem Schwarz wünschen sich die Menschen, dass zu ihrer Beerdigung bunte, fröhliche Farben getragen werden. So soll nicht der Tod im Vordergrund stehen, sondern das Leben gefeiert werden.

Der Brauch, nach dem Verlust eines geliebten Menschen über mehrere Monate dunkle Trauerkleidung zu tragen, hat inzwischen an Bedeutung verloren. In konservativen Gegenden ist dies zuweilen noch üblich, aber letztendlich bestimmen Sie als Trauernde oder Trauernder, wie Sie – auch in Bezug auf die Trauerkleidung – mit dem Verlust umgehen.

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